Samstag, 23. Oktober 2004

"Haben harten Winter vor uns": American Airlines will 1.100 Mitarbeiter entlassen

  • Erste Stellen werden schon Mitte November gestrichen

Die weltgrößte Fluggesellschaft American Airlines will in den kommenden Monaten bis zu 1.100 Piloten, Mechaniker sowie weiteres Bodenpersonal entlassen. "Wenn sich die Dinge nicht entscheidend ändern, haben wir einen harten Winter vor uns", schreibt der stellvertretende Personaldirektor Jeff Brundage in einem Brief an die Mitarbeiter des US-Unternehmens.

Bis Mitte kommenden Jahres sollen laut Aussagen Brundages bis zu 450 Piloten entlassen werden. Im Wartungsstützpunkt in Kansas City im US-Bundesstaat Missouri verlören zwischen 300 und 400 Angestellte ihren Posten. Erste Stellen würden schon Mitte November gestrichen. In einem weiteren Wartungszentrum in St. Louis sollen 200 bis 250 Mitarbeiter entlassen werden.

Die einzige Angestelltengruppe, die Brundages Ausführungen zufolge nicht von dem Stellenabbau betroffen ist, sind die Flugbegleiter. In diesem Bereich sollen allerdings durch freiwillige Kündigungen ab Jänner Arbeitsplätze abgebaut werden.

Am Mittwoch hatte die Muttergesellschaft AMR für den Zeitraum von Juli bis September einen Verlust von 214 Millionen Dollar bekannt gegeben, nachdem das Unternehmen seine Verluste zuvor reduziert hatte. Im April vergangenen Jahres war der Konzern nur knapp der Pleite entgangen.

Unterdessen wird die US-Fluggesellschaft Delta Air nach einem Bericht der "Washington Post" nächste Woche möglicherweise Insolvenz anmelden. Die angeschlagene Fluggesellschaft könnte am Mittwoch oder am Donnerstag den Antrag auf Gläubigerschutz stellen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Insider-Kreise. Der Schritt könnte aber auch verschoben werden, wenn die Piloten Lohnkürzungen in Höhe von einer Milliarde Dollar (793 Mill. Euro) zustimmen. (apa)

23.10.2004 17:02