Samstag, 23. Oktober 2004

Wieder in Freiheit: Ex-Chef der Bank Burgenland Gassner aus Haft entlassen

  • Halbe Strafe abgesessen, jetzt bedingt auf freiem Fuß
  • 2001 wegen Untreue zu zehn Jahren Haft verurteilt

Der frühere Generaldirektor der Bank Burgenland, Ernst Gassner, ist seit Freitag wieder frei. Die bedingte Entlassung des 65-Jährigen erfolgte nach vier Jahren und vier Monaten. Gassner wurde im Juni 2000, nach Platzen der Kreditaffäre um den Unternehmer und Pleitier Thom alias Hom-Rusch, in U-Haft genommen.

Er wurde im Februar 2001 in Eisenstadt wegen Untreue zunächst zur Höchststrafe von zehn Jahren verurteilt. Nach seiner Berufung wurde das Strafausmaß auf neun Jahre herabgesetzt; schließlich wurde dem Antrag auf nachträgliche Strafmilderung auf acht Jahre stattgegeben. Es müsse berücksichtigt werden, dass Gassner eine Million Euro Schadenersatz geleistet habe, so das Oberlandesgericht Wien.

Ein Antrag Gassners auf bedingte Entlassung nach der Halbzeit der Haft wurde vom Vollzugsgericht abgelehnt. Der Anwalt des Ex-Bankmanagers, Michael Krüger, reichte daraufhin Beschwerde ein, der vom OLGR Wien stattgegeben wurde. Am Freitag öffneten sich für den 65-Jährigen endgültig die Gefängnistore.

Die zwei Vorstandskollegen Gassners, Günter Widder und Manfred Schneider, sind in einem gesonderten Verfahren vor dem Landesgericht Wiener Neustadt rechtskräftig freigesprochen worden.

(apa/red)

23.10.2004 11:43