Umfrage: Zwei Drittel der Österreicher wollen bei dm Medikamente kaufen
- Rezeptfreie Medikamente in Drogeriekette bis zu 30% billiger
Die Drogeriemarktkette dm kämpft um eine Erweiterung ihrer Palette rezeptfreier Medikamente. Laut einer von dem Unternehmen in Auftrag gegebenen Umfrage finden 62 Prozent der Österreicher die Idee, rezeptfreie Arzneimittel wie Aspirin nicht nur in Apotheken kaufen zu können "sehr gut oder gut". Die Mehrheit ortet Vorteile bei der Erreichbarkeit, beim Preis und bei den Öffnungszeiten.
"Wir werden sicher keine Gesetzte brechen, aber wir bemühen uns in Kontakt mit dem Gesundheitsministerium zu treten um so eine Liberalisierung zu erreichen, sagte dm-Chef Günter Bauer. Es gebe schon konkrete Vorschläge für Round Table-Gespräche. Gleichzeitig versuche man "Verbündete" zu finden, so etwa seien die Krankenkassen kontaktiert worden. "Es ist klar, dass die Apothekerlobby stärker ist, aber wir haben die Bevölkerung hinter uns", so Bauer.
Im Büro von Gesundheitsministerin Rauch-Kallat weiß man nichts von einer dm-Anfrage, um über eine Liberalisierung zu reden. Man sehe auch grundsätzlich keine Notwendigkeit, die gesetzliche Grundlage zu ändern, betonte eine Sprecherin der Ministerin.
Nicht verschreibungspflichtige Schmerz-, Husten-, Schnupfenmittel, Salben und Vitaminpillen würden bei dm wegen des "rationellen Vertriebssystems" im Schnitt um 20 bis 30 Prozent billiger sein, als in der Apotheke, sagt Bauer. Vor allem aber würde der Verkauf von Generika angekurbelt.
Derzeit dürfen in Österreich nur etwa 400 von rund 2.300 rezeptfreien Medikamenten wie Blasentee oder Hustenpastillen außerhalb der Apotheken verkauft werden. dm hat davon derzeit etwa 100 in den Filialen. Zählt man Nahrungsergänzungsmittel dazu, entfallen auf das Selbstmedikation-Sortiment 5 bis 6 Regalmeter von insgesamt 110 bis 120 pro Filiale. Bei einer Liberalisierung würde sich dm vor allem Schmerzmittel, Hustensäfte und -tropfen, Nasenspray und Vitaminpräparate in die Regale holen. (apa/red)
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