25.500 Euro durchschnittlicher Pro-Kopf- Besitz: Österreicher werden immer reicher!
- Gesamtgeldvermögen auf 320 Mrd. Euro angestiegen
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Österreich erhalten
Trotz billigerer Sparkarten halten Banken daran fest
Die Österreicher werden immer reicher. Das gesamte Geldvermögen von Herrn und Frau Österreicher ist im ersten Halbjahr 2004 um weitere rund 12 Mrd. Euro auf den Rekordstand von 320 Mrd. Euro angestiegen. Die Verschuldung erhöhte sich im selben Zeitraum dagegen um nur rund 5 Mrd. Euro auf 115 Mrd. Euro.
Bereits 2003 hatte das Finanzvermögen die 300 Mrd. Euro-Grenze überschritten. Seit 1995 ist damit sowohl das Geldvermögen als auch die Verschuldung der privaten österreichischen Haushalte um rund 50 Prozent gestiegen, geht aus der aktuellen Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung hervor, die die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) heute, Freitag, in Wien präsentiert hat.
Auch in Österreich dürften die Reichen noch reicher geworden sein: "Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu, dieser internationale Trend dürfte auch in Österreich gelten", meinte OeNB-Direktoriumsmitglied Peter Zöllner beim Pressegespräch in Wien. In Österreich sei das Geldvermögen unter der Bevölkerung aber relativ gleichmäßiger verteilt als in anderen Ländern, ist sich Zöllner sicher.
Pro Kopf besaß demnach jeder Österreicher per Ende Juni 2004 im Durchschnitt 25.500 Euro bzw. entfielen auf einen privaten Haushalt 62.500 Euro. Per Jahresende 2003 waren es vergleichsweise 24.500 bzw. 61.000 Euro. Das gesamte Geldvermögen von 320 Mrd. Euro entspricht etwa 149 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Die Sparquote als Indikator für die tatsächliche Entwicklung der Vermögensbildung blieb mit 8,4 Prozent konstant. Dies sei das Ergebnis eines eher zurückhaltenden Konsumverhaltens, so Zöllner.
Das Nettogeldvermögen der privaten Haushalte, zu denen jetzt auch die selbständig Erwerbstätigen gezählt werden, erreichte per Ende Juni 205 Mrd. Euro. Per Jahresende 2003 entsprach dies 88 Prozent des BIP. In Deutschland lag dieser Anteil bei 111 Prozent.
Der Zuwachs beim Finanzvermögen im ersten Halbjahr 2004 setzt sich zu 9,5 Mrd. Euro aus neuen Veranlagungen und zu rund 2 Mrd. Euro aus Bewertungsgewinnen zusammen. Gegenüber 2003 hat sich die gesamte Spartätigkeit bisher um 1,5 Mrd. Euro erhöht, wobei alle Veranlagungsformen Zuwächse verzeichneten, wie Zöllner ausführte. Dabei zeigten die Österreicher ein zunehmend starkes Interesse an Wertpapieren. Fast 50 Prozent des Zuwachses im ersten Halbjahr entfielen auf Wertpapiere, wobei vor allem Anleihen eine "Renaissance" erlebten, aber auch Investmentzertifikate gefragt waren. Das Vorsorgesparen mit Lebensversicherungen oder Pensionskassen überholte mit 2,7 Mrd. Euro erstmals das Sparbuch (2,6 Mrd. Euro).
Dagegen ist die Risikobereitschaft bei den Fremdwährungskrediten laut Zöllner noch immer hoch. Zwei Drittel der neu aufgenommenen Kredite von 3,6 Mrd. Euro entfielen im Halbjahr auf Fremdwährungskredite, wobei der Schweizer Franken die beliebteste Währung war. Treibende Kraft hinter der Neuverschuldung sind die Wohnbaukredite, auf die 60 Prozent der gesamten Kreditaufnahmen entfielen. In Summe belaufen sich die Wohnbaukredite auf 68 Mrd. Euro, ein Viertel davon ist in Fremdwährung aushaftend, und davon wieder 14 Mrd. Euro in Schweizer Franken. Diesen Krediten steht laut einer empirischen Erhebung von Synthesis Forschung ein geschätzter Immobilienbestand der privaten Haushalte von 520 Mrd. Euro gegenüber. (apa/red)
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