Freitag, 22. Oktober 2004

Gewinnrückgang von 24 Prozent: Schwere Zeiten für Getränkeanbieter Coca-Cola

  • Schwaches Geschäft in Nordamerika und Deutschland
  • Gewinn pro Aktie von 50 auf 39 Cent, Umsatz stagniert

Der weltgrößte Erfrischungsgetränkeanbieter, die Coca-Cola Company, hat im dritten Quartal 2004 wegen eines schwachen Geschäfts in Nordamerika, Deutschland und Nordeuropa einen starken Gewinnrückgang verbucht. Die Gesellschaft zeigte gegenüber dem entsprechenden Vorjahresabschnitt einen scharfen Gewinnrückgang von 24 Prozent auf 935 Millionen Dollar (742 Mio Euro). Der Gewinn pro Aktie fiel auf 39 (Vorjahresvergleichszeit:50) Cent, gab Coca-Cola am Donnerstag nach Börsenschluss bekannt. Der Quartalsumsatz stagnierte mit 5,7 Milliarden Dollar.

Das Ergebnis wurde zu zehn Cent je Aktie durch Sonderbelastungen beeinträchtigt, die vor allem durch Wertberichtigungen von Vermögenswerten in Deutschland standen. Coca-Cola hatte vor wenigen Tagen in einer Gewinnwarnung Wertberichtigungen in Höhe von 375 Millionen Dollar bis 450 Millionen Dollar angekündigt.

Der weltweite Getränkeabsatz stieg in der Berichtszeit um ein Prozent. Der Absatz fiel in Nordamerika sowie in der Region Europa/Eurasien/Naher Osten um jeweils drei Prozent. Dagegen erhöhte sich der Getränkeabsatz in Lateinamerika um fünf Prozent, in Asien um neun Prozent und in Afrika um drei Prozent.

Der operative Gewinn legte in der Berichtszeit in den USA um vier Prozent auf 377 Millionen Dollar zu. Es gab in der Region Europa/Eurasien/Naher Osten einen gewaltigen operativen Gewinneinbruch von 73 Prozent auf nur noch 160 Millionen Dollar. Neben den Sonderfaktoren wirkten sich das schlechte Wetter im sehr profitablen nordeuropäischen Markt und fehlende Verfügbarkeit der Coca-Cola-Marken bei deutschen Discountern aus.

In Deutschland sei der Absatz im dritten Quartal um 16 Prozent gefallen. Die Getränkemarken der Gesellschaft seien bei den rasch wachsenden Discountern seit der Einführung der Dosenpfand-Gesetzgebung nur begrenzt verfügbar gewesen. Coca-Cola befasse sich auch mit erheblichen strukturellen Problemen. Sie begrenzen nach Darstellung der Gesellschaft effektive Reaktionen auf die Einzelhandels- und Verbraucherdynamik. Die Lösungen seien komplex.

Der Neunmonatsumsatz des Unternehmens erhöhte sich um fünf Prozent auf 16,7 Milliarden Dollar und der Gewinn um sieben Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar oder 1,50 (1,39) Dollar je Aktie. (apa/red)

22.10.2004 08:47