Donnerstag, 21. Oktober 2004

Mega-Deal im Tourismussektor: Ruefa soll vom Verkehrsbüro übernommen werden

  • Verkaufspreis soll bei 24 Millionen Euro liegen
  • Verkehrsbüro will keinen Kommentar abgeben

Das Österreichische Verkehrsbüro steht vor der umfangreichsten Expansion der Geschichte. Der größte heimische Tourismuskonzern soll "dem Vernehmen nach" Ruefa-Reisen übernehmen. Der Verkaufspreis soll bei 24 Mio. Euro liegen, die Unterzeichnung des Kaufvertrages soll kurz bevor stehen. Aus dem Verkehrsbüro hieß es am Donnerstag: "Kein Kommentar".

Das berichtet der "Kurier" in seiner Freitag-Ausgabe. Ruefa ist im Reisebürogeschäft fast so groß wie das Verkehrsbüro. Die Bawag verkaufte die Ruefa Reisen AG vor vier Jahren an ihren damaligen Partner Bayerische Landesbank. Nachdem sich die Bayern aus der Gewerkschaftsbank zurückgezogen hatten, suchten sie auch einen Käufer für Ruefa. Interesse zeigte TUI, auch mit Raiffeisen Reisen hat es Verhandlungen gegeben, so der "Kurier".

Besonders interessant für das Verkehrsbüro seien die rund 30 Reisebüros der Ruefa in der Slowakei, Tschechien, Ungarn und Polen. Insgesamt verfügt Ruefa über 120 Reisebüros. Das Verkehrsbüro kommt auf 121 Standorte.

Ruefa setzt 172 Mio. Euro um, das Verkehrsbüro in diesem Segment 280 Mio. Euro. Mit den Hotels und Gastronomiebetrieben des Verkehrsbüros würde das kombinierte Unternehmen laut "Kurier" zirka 750 Mio. Euro umsetzen.

Da das Verkehrsbüro im laufenden Jahr exzellent verdient, sei der Kaufpreis ohne Probleme zu finanzieren, so die kolportierten Gerüchte. Das Verkehrsbüro solle in den kommenden zwei Jahren an die Börse gebracht werden, darauf hätten sich die beiden Hauptaktionäre, die aus der Bank Austria hervorgegangene AVZ Stiftung (rund 61 Prozent) sowie sowie die Wiener Städtische (rund 32 Prozent)verständigt.

Kartellrechtlich sollte es - so Experten - keine Probleme geben. Dem Vernehmen nach soll der Name Ruefa erhalten bleiben, in Zentral- und Osteuropa sogar ausgebaut werden.

(apa)

21.10.2004 18:16