OECD lobt Türkei: Nach Wirtschaftskrise jetzt starkes Wachstum, Inflation sinkt
- Arbeitslosenquote allerdings noch relativ hoch
- OECD-Experte: "EU-Beitritt der Türkei wäre positiv"
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von Grundfreiheiten
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat der Türkei große wirtschaftspolitische Erfolge bescheinigt. Nach der schweren Krise in den Jahren 2000 und 2001 verzeichne das Land am Bosporus ein stark ansteigendes Wachstum, sinkende Inflationsraten und große Produktivitätszuwächse, heißt es in einem am Donnerstag in Paris veröffentlichten Länderbericht.
Dies schlage sich allerdings nur in geringem Maße in der Schaffung neuer Arbeitsplätze nieder, schränkt die OECD ein. Die Arbeitslosenquote in der Türkei wird von der OECD zur Jahresmitte 2004 mit neun Prozent angegeben, sie erreiche allerdings auf dem Land Werte von 13 Prozent und bei Jugendlichen 17 Prozent.
Nach einem Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts um 7,5 Prozent im Jahr 2001 erreichte die Türkei 2002 ein Wachstum von acht Prozent und im Folgejahr nochmals sechs Prozent. In diesem Jahr sei ein BIP- Anstieg von acht Prozent möglich, was die Ziele der Regierung in Ankara übertreffe. Dahinter stehen hohe Produktivitätszuwächse, eine nachhaltige Inlandsnachfrage und florierende Exporte. Einschränkend wirkt ein Rückgang der Staatsausgaben.
Die Perspektive eines EU-Beitritts kann nach Einschätzung der OECD das starke Wirtschaftswachstum weiter beflügeln. Wenn der EU-Gipfel am 17. Dezember die von der EU-Kommission empfohlenen Beitrittsverhandlungen mit Ankara beschließe, könnten dadurch bereits erreichte wirtschaftspolitische Fortschritte verstärkt werden, heißt es in dem Länderbericht.
"Wir glauben, dass ein EU-Beitritt der Türkei positiv wäre", sagte OECD-Wirtschaftsexperte Andrew Dean. Die Organisation begrüßte, dass die Inflation in der Türkei von 54 Prozent vor drei Jahren über 25 Prozent im vergangenen Jahr auf zwölf Prozent im ersten Halbjahr 2004 zurückgegangen sei.
(apa)
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