Zagreb Airport: Interesse an einem Einstieg des Flughafen Wien/Schwechat
- Gebot für Bratislava wird auf jeden Fall abgegeben
- Kein Dumping: Ryan Air kommt nicht nach Wien
Der börsenotierte Flughafen Wien ist an einem Einstieg beim Flughafen der kroatischen Hauptstadt Zagreb interessiert. Dies gab am Donnerstag der Wiener Flughafen-Vorstandschef Herbert Kaufmann bekannt. Wenn im Jahr 2005 der Flughafen von Bratislava zur Privatisierung ausgeschrieben wird, wird der Flughafen Wien in jedem Fall bieten. Die Österreicher würden mit Bratislava gern ein gemeinsames Airport-System aufziehen.
Der slowakische Hauptstadt-Flughafen hat damit eine deutlich höhere strategische Bedeutung für den Airport Wien. Auf der Gewinn-Messe äußerte sich Kaufmann zu Fragen nach weiteren Investitionen in Osteuropa. "Wir sind interessiert, uns an Flughäfen in Zentral-Osteuropa zu beteiligen, wenn welche privatisiert werden", so Kaufmann.
Kroatien überlegt Privatisierung
Beispielsweise überlege gerade Kroatien, den Airport von Zagreb teilweise zu privatisieren. Ein Einstieg in Zagreb hätte eine ähnliche Bedeutung wie die Beteiligung am Airport von Malta.
Dritte Piste in Schwechat von Flughafen Bratislava abhängig
Abhängig vom Erfolg um Bratislava wird auch die zeitliche Abfolge der Investitionen in eine dritte Piste am Flughafen Wien. Nach bisherigen Plänen würde man diese dritte Piste um das Jahr 2010/11 brauchen. Kommt der Vienna Airport in Bratislava zum Zug, könnte der Bau der dritten Landebahn um vier bis sechs Jahre verschoben werden. Für dieses Bauvorhaben läuft zur Zeit das größte Mediationsverfahren Europas.
Im Jänner wird entschieden
In Österreich am Standort Schwechat soll im Jänner 2005 entschieden werden, ob Investitionen in das laufende Ausbauprogramm vorgezogen werden. In der ersten Baustufe kostet das Terminalprojekt Skylink 280 Mio. Euro. Läuft das Geschäft weiter so gut wie jetzt, könnte die ursprünglich erst für 2009 vorgesehene zweite Baustufe vorzogen werden und damit weitere 120 Mio. Euro ebenfalls im Zeitraum 2004 bis 2008 getätigt werden.
Für den laufenden Betrieb hat der Flughafen-Vorstand ein Kostensenkungsprogramm von 15 Mio. Euro beschlossen, bestätigte Kaufmann ferner. Details zum Kostensenkungsprogramm nannte er aber noch nicht.
Billigfluglinie kommt nicht nach Wien
Kaufmann berichtete ferner, dass die größte Billigfluglinie Ryanair nicht nach Wien kommt. "Wir wollen alle Airlines fair behandeln und uns nicht von einer einzigen Fluglinie dumpen lassen", so Kaufmann. Eine Ermäßigung bei den Airport-Gebühren gibt es nicht. Alle in Wien vertretenen Low-Cost-Carriers zahlten die gleichen Tarife wie alle anderen Airlines. Die von Billigfliegern beförderten Passagiere werden zum heurigen Jahresende bereits 12 Prozent des gesamten Passagieraufkommens am Flughafen Wien ausmachen. (apa)
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