Frühpensionierungen bei der ÖBB? Vorstand verteidigt seine Überlegungen
- "Einzige Möglichkeit, Mitarbeiter freizusetzen"
- ÖBB-Finanzchef Söllinger: "Billiger für Steuerzahler"
Der ÖBB-Vorstand macht Druck in Richtung Frühpensionierungen. Da es nicht gelinge, alle Mitarbeiter zu beschäftigen, hätten die ÖBB "nur eine Möglichkeit, Mitarbeiter freizusetzen" - und das sei nach dem geltenden Gesetz die Frühpensionierung, erklärte Finanzchef Söllinger. Für den Steuerzahler würde das billiger kommen, als wenn die Mitarbeiter bei vollen Bezügen weiter beschäftigt würden.
Seit Anfang dieser Woche kursiert das Gerücht, dass die ÖBB heuer noch 4.000 Mitarbeiter im Alter zwischen 47 und 49 Jahren vorzeitig in Pension schicken wollen. Etwa die Hälfte würde nach der derzeitigen Regelung mit 800 bis 1.000 Euro in Pension gehen. Mit zusätzlichen Abschlägen, die ab 2005 wirksam werden, kämen einige Betroffene nur noch knapp über die Mindestpension. Ob sie das Frühpensionierungsangebot dann noch annehmen würden, ist fraglich.
Insgesamt hatte der Vorstand im Vorjahr errechnet, dass bis 2010 rund 12.000 der derzeit noch 46.800 Jobs gestrichen werden sollen. Es sei durchaus möglich, dass man bei einer Neuberechnung wieder dorthin kommen werde, meinte Söllinger in Reaktion auf Berichte, wonach statt 12.000 bis zu 15.000 Eisenbahner gehen müssten. Die "neue detaillierte Businessplanung" soll "demnächst dem Aufsichtsrat präsentiert werden".
Der muss dann auch entscheiden, ob die ÖBB tatsächlich eine neue Frühpensionierungswelle starten werden. Der oberste Eigentümervertreter, Verkehrsminister Gorbach hatte am Mittwoch erklärt, dass Frühpensionierungen nicht das "Allheilmittel" seien könnten.
ÖGB-Präsident Verzetnitsch gibt der ÖBB-Reform der Regierung die Schuld daran, dass die Bundesbahnen überhaupt Mitarbeiter abbauen müssten. Genauso Eisenbahner-Gewerkschaftschef Haberzettl: Er erklärte am Donnerstag, erst durch die Reform seien 8.000 Arbeitsplätze gefährdet worden. Zu einer Lockerung des Kündigungsschutzes kommt von der Gewerkschaft weiterhin ein klares "Nein".
(apa)
Verrat im Vatikan16:29
Komplizen gesuchtItalienischer Kardinal wird verdächtigt. Weitere Festnahmen nicht ausgeschlossen.
Oberösterreich16:50
Familie überlebt CrashAutolenker hatte Sekundenschlaf: Geländewagen überschlug sich mehrfach
Wettskandal in Italien17:04
Razzia bei der SquadraPolizei durchsucht Raum von Verteidiger Criscito im Trainingslager der Italiener

