Donnerstag, 21. Oktober 2004

Verhandlung beginnen am 24. November: Start für die schwierige Banken-Lohnrunde

  • Gespräche werden von Bank Austria-Streit überschattet
  • Gewerkschaft schaltet in Causa ÖGB-Präsidenten ein

Am 24. November starten die diesjährigen Verhandlungen um die Gehaltserhöhungen für die rund 70.000 Beschäftigten in der heimischen Kreditwirtschaft. Die KV-Gehaltserhöhungen sollen am 1. Februar 2005 in Kraft treten. Die Tarifrunde wird überschattet vom jüngsten fliegenden Wechsel der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) vom Sparkassen- in den Banken-Kollektivvertrag. Auch deswegen rechnet die Gewerkschaft heuer mit "schwierigen Verhandlungen" in der Gehaltsrunde.

Von Montag bis Mittwoch hatten die Personalvertreter in der GPA für die in Österreich tätigen Kreditinstitute die KV-Vorbereitungen beraten. Dabei wurden die Forderungen beschlossen. Ein fixer Prozentsatz wird noch nicht genannt. Die Forderung lautet allerdings auf Abgeltung der Teuerung, Anteil am gesamten Wirtschaftswachstum sowie am Produktivitätsfortschritt der Kreditinstitute.

2,3 Prozent weniger Personal - 14 Prozent höheres Betriebsergebnis
Zum Produktivitätsfortschritt verweist die Gewerkschaft auf die Daten der Nationalbank zum ersten Halbjahr: Demnach sei der Personalaufwand in den österreichischen Kreditinstituten in den ersten sechs Monaten 2004 um 2,3 Prozent gesunken, das Betriebsergebnis um knapp 14 Prozent gestiegen.

Unter dem Eindruck der von der BA-CA angekündigten Gehaltspolitik findet sich heuer aber auch eine völlig neue Forderung im Programm der Gewerkschaft: "Wir verlangen, dass der Abschluss nachhaltig Auswirkung auf die Ist-Gehälter hat", sagte der Arbeitnehmer-Chefverhandler Günter Benischek am Donnerstag zur APA.

Betriebsversammlungen in der BA-CA nächste Woche
Weil die BA-CA angekündigt hat, künftig nur mehr die jährliche Inflation abzugelten, gilt dieser Passus in Arbeitnehmerkreisen als "Lex Bank Austria". Im Vorjahr hatten sich die Sozialpartner auf eine Erhöhung der KV-Gehälter um 1,95 Prozent geeinigt.

Die GPA-Wirtschaftsbereichsgemeinschaft Finance, deren Vorsitzender Benischek ist, hat gestern auch eine Unterstützungserklärung für die BA-CA-Belegschaft verabschiedet. "Wir schalten auch den ÖGB-Präsidenten ein", so Benischek. Bei den Betriebsversammlungen in der BA-CA nächste Woche werden prominente Vertreter der Gewerkschaft anwesend sein. (apa)

21.10.2004 10:42