OECD-Arbeitsgruppe: Bareinzahlungen sind künftig nur mehr mit Ausweis möglich
- Zwei Drittel aller Bareinzahlungen unter 100 Euro
- Heuer rund 1.200 Millarden Euro gewaschenes Geld
Wer bei den heimischen Kreditinstituten mit Bargeld seine Rechnungen bezahlt oder etwa für Hilfsorganisationen spendet, wird in Zukunft Name, Anschrift oder Geburtsdatum sowie Kontonummer oder eine andere eindeutige Kennung angeben müssen. Das sieht eine neue Sonderempfehlung der OECD-Arbeitsgruppe zur internationalen Geldwäscherei-Bekämpfung zur Verhinderung der Terrorismusfinanzierung vor.
Die Sonderempfehlung VII "Wire Transfer", die derzeit noch auf Expertenebene in Paris diskutiert wird, zielt darauf ab, die Möglichkeiten der Terrorismusfinanzierung einzuschränken, verdächtige Zahlungsströme nachverfolgen zu können und mögliche verdächtige Personenkreise zu identifizieren.
Die einschneidenste Veränderung der FATF-Sonderempfehlung ergeben sich aus der Anforderung zur vollständigen Identifizierung der Auftraggeber einer baren Zahlung. Allein aus dieser Anforderung erwartet der Geschäftsführer der Kreditsparte in der Wirtschaftskammer, Herbert Pichler, auf Grund einer am Mittwoch in Wien vorgestellten Studie jährliche Kosten von 75,2 Mio. Euro.
In Österreich werden jährlich etwa 40 Millionen Bargeld-Transaktionen durchgeführt. Zwei Drittel davon mit Beträgen unter 100 Euro. Zwar ist auch Österreich die Tendenz zu Bargeldeinzahlungen mit einem Minus von jährlich 5 bis 9 Prozent rückläufig, im Vergleich zu anderen Ländern wird aber noch relativ oft und gerne bar bezahlt. Das treffe hauptsächlich auf Steuer-, Krankenkassen- und Spendenzahlungen zu. In anderen Ländern gebe es kaum Bargeschäft, in den USA etwa werde hauptsächlich mit Schecks bezahlt.
Das Volumen der weltweit gewaschenen Gelder aus illegalen Geschäften liegt laut den jüngsten Berechnungen des Linzer Volkswirtschaftsprofessor Friedrich Schneider heuer bei rund rund 1.200 Mrd. Euro, was gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs von 15 Prozent entspricht. 40 Prozent der weltweit illegal erwirtschafteten Gelder stammen aus dem Drogenhandel. (apa)
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