Mittwoch, 20. Oktober 2004

Italien/USA: Geprellte Parmalat-Investoren reichten Sammelklage gegen Banken ein

  • Klageschrift wurde Bezirksgericht Manhattan vorgelegt
  • Schadenersatz von 8 Milliarden Dollar gefordert

Geprellte Parmalat-Investoren haben beim US-Bezirksgericht für das südliche Manhattan eine Sammelklage gegen fünf Banken - Citigroup, Bank of America, die Investmentbanking-Tochter der Schweizer Credit Suisse Group und die italienische Banca Nazionale del Lavoro (BNL) - wegen der Pleite des italienischen Nahrungsmittelkonzerns eingereicht. Das New Yorker Sammelverfahren bündelt alle US-Klagen geprellter Parmalat-Investoren. Dabei geht es um Schadensersatzforderungen in Höhe von 8 Mrd. Dollar (6,40 Mrd. Euro.

In der 376-seitigen Klageschrift wurden auch die Parmalat-Wirtschaftsprüfer Grant Thornton und Deloitte, dazu Anwälte sowie einzelne Parmalat-Eigner angeklagt, berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" in ihrer Mittwoch-Ausgabe.. Die Banken waren laut Anklägern bei einer Reihe von Transaktionen mit dem Parmalat-Konzern und dessen Töchtern beteiligt, deren einziger wirtschaftlicher Zweck es war, sich auf Kosten ahnungsloser Anleger zu bereichern, hieß es in der Klageschrift.

Ende 2003 flog ein jahrelanger Bilanzbetrug bei Parmalat auf, durch den Tausende Anleihe- und Aktieninvestoren ihren Einsatz verloren haben. Parmalat war im Dezember 2003 unter dem Druck eines Mankos von mehr als 14 Mrd. Euro zusammengebrochen. (apa)

20.10.2004 13:12