Freitag, 22. Oktober 2004

Austria auf Spionagetour: Kronsteiner in der Ukraine - Lars Söndergaard in Spanien

  • Die violetten Betreuer sahen jeweils Heimsiege
  • Kein Wunsch-Remis zwischen Dnjepr und Brügge

Obwohl Austria Magna in der ersten Runde der Gruppen-Phase des "neuen" Fußball-UEFA-Cups spielfrei war, zählten die Violetten zu den Siegern des Abends. Gewannen doch ihre ausgeschickten Beobachter Eindrücke über Stärken und Schwächen der im Einsatz gewesenen Gegner. Dabei sahen sowohl Teammanager Günter Kronsteiner und Scout Manfred Kern in der Ukraine als auch Trainer Lars Söndergaard und sein "Co" Hans Dihanich in Spanien Heimsiege. Dnjepr Dnjepropetrowsk schlug Brügge 3:2 und Real Saragossa den FC Utrecht 2:0.

Die jeweiligen Donnerstag-Gastgeber sind auch die ersten zwei Gegner des ÖFB-Vertreters, der in den nächsten 14 Tagen gleich fünf Spiele zu bestreiten hat. Die Nordiberer, übrigens aktueller Cupsieger, gastieren am 4. November im Happel-Stadion in Wien, wobei für den violetten Auftakt schon 9.000 Karten verkauft sind. Als erste Auswärtshürde warten dann am 25. November die Ukrainer. Kronsteiner zeigte sich über den Sieg von Dnjepr nicht sehr glücklich. "Ein Remis wäre mir sehr recht gewesen, so haben die Ukrainer mit einem zweiten Sieg auch eine Riesenchance, weiterzukommen", so der Teammanager.

"Erwarteter Sieg" von Saragossa gegen Utrecht
Andererseits glaubt der Steirer nicht, dass die Belgier noch einmal so überheblich und taktisch naiv auftreten würden. Mit seinem Trainer hat Kronsteiner bis Freitag noch keinen Kontakt gehabt, meinte aber zum Ausgang des zweiten Gruppen-Spiels: "Das war der erwartete Sieg. Dass dieser erst so spät fixiert wurde, deutet darauf hin, dass auch die Niederländer stark sind." Das dokumentiert auch die aktuelle nationale Tabelle, in der die Utrechter hinter Feyenoord und Eindhoven, aber vor Ajax Dritte sind.

Söndergaard über die Spanier: "Technisch hervorragend"
Hat Wenhlinskij für den Qualifikanten Dnjepr in der 62. Minute mit seinem zweiten Treffer den Sieg fixiert, hat Saragossa die drei Punkte im Duell des spanischen mit dem niederländischen Cupsieger David Villa zu verdanken. Er schlug in der Partie, in der Chancen Mangelware waren, ebenfalls im Finish - und das innerhalb von fünf Minuten (77., 82.) gleich im Doppelpack - entscheidend zu. "Saragossa ist eine technisch hervorragende Mannschaft, die das Spiel kontrollierte", berichtete Söndergaard.

Utrecht spielte "nur auf Konter"
Die Stärken der Nordspanier, die völlig verdient gewannen, liegen in der Offensive, jene der Niederländer im physischen und läuferischen Bereich. "Die Utrechter sind anfänglich hinten kompakt gestanden und haben aggressiv begonnen. Sie spielten nur auf Konter und waren außer mit Standard-Situationen nicht gefährlich", erzählte der 44-jährige Däne nach seiner Rückkehr von der iberischen Halbinsel.
(apa)

22.10.2004 14:11