Rudolf Edlinger bleibt der Chef: Rapid-Boss wurde für drei Jahre wiedergewählt
- Edlinger: "Brauchen keinen reichen Onkel aus Kanada"
- Plus: Alle wichtigen Infos zum großen 270. Wiener Derby
·It's Derby-Time: Wer
übernimmt Spitze?
Rapid will endlich wieder gegen Austria gewinnen
·Details: Alle Wiener Derbys seit 1911!
Rapid liegt mit 116 zu
103 Siegen in Führung
·Bilanz: Derbys seit letztem Rapid-Sieg
Grün-Weiß konnte zuletzt am 6. Mai 2001 jubeln
·DERBY-UMFRAGE: Wer holt den Sieg?
JETZT ABSTIMMEN: Wer jubelt - Rapid oder Austria?
·MITSTIMMEN: Wer holt sich den Titel?
Wer darf nach dem letzten Spiel der Saison jubeln?
·BL-Umfrage: Wer steigt heuer ab?
Wer muss den Gang in
die Erste Liga antreten?
·Diskutieren Sie mit anderen Kicker-Fans
MITREDEN: Ihre Meinung zur österreichischen Liga
·BL-Tippkönig: Jetzt Highscore ansehen!
Gleich nachschauen, auf welchem Platz Sie liegen
·Bundesliga 2007/08: Ergebnisse & Tabelle!
Auslosung, Tore & mehr: Infos zur aktuellen Saison
Am Sonntag empfängt Rapid in der 270. Auflage des Wiener Derbys Erzrivale Austria im Hanppi-Stadion. Für den Rekordmeister stand aber schon vorher ein weiterer wichtiger Termin an. In der Wiener Stadthalle fand die Ordentliche Hauptversammlung statt, bei der unter anderem die Vereinsgremien Präsidium, Kuratorium und Vorstand neu gewählt wurden.
Der alte und neue Vereinspräsident heißt Rudolf Edlinger. "Rapid braucht keinen reichen Onkel aus Amerika oder Kanada. Rapid ist ein finanziell unabhängiger Verein, der seinen Mitgliedern und Fans gehört - und das wird auch so bleiben", meinte der 64-Jährige bei seiner Wiederantrittsrede.
Das Ballyhoo vor dem Derby wurde bei der Ordentlichen Hauptversammlung der Grün-Weißen quasi eröffnet. So wies der Rapid-Präsident einmal mehr auf "das Nahverhältnis des Bundesliga-Präsidenten zu einem anderen Wiener Verein" hin und kommentierte auch den "zweimaligen Vorstandswechsel in der Bundesliga, über den ich allerdings nicht gerade unglücklich bin."
Umsatz gesteigert, Schulden abgebaut
Die Mannschaft der Hütteldorfer erhielt ebenso wie die Ex-Stars Alfred Körner (erhielt die Ehrenmitgliedschaft auf Lebenszeit), Antonin Panenka, Michael Konsel oder Christian Stumpf "Standing Ovations". Allerdings ist längst noch nicht alles Gold was zu glänzen scheint in Hütteldorf: Der abgehende Finanzreferent Hermann Scheibner musste eingestehen, dass der SK Rapid mit 30. Juni 2004 noch immer einen Ausstand von rund 1,6 Millionen Euro zu Bilanz stehen hatte.
Der Umsatz wurde allerdings von 8,4 Millionen Euro (Saison 2001/02), auf 9,8 (2002/03) und zuletzt 10,6 (2003/04) gesteigert und auch das "negative Eigenkapital" stark abgebaut. Die Schulden hatten 2002 sogar einen Höchststand von 5,1 Millionen Euro.
Das ehemalige Präsidium unter den geschäftsführenden Vizepräsidenten Peter Weber und Ex-Finanzreferent Peter Strecha hatte sich dafür im Oktober 2001 noch feiern lassen. "Wir haben im Gegensatz zu anderen Vereinen der Bundesliga keine Schulden bei Krankenkasse, Finanzamt, Behörden oder Spielern. Diese Tatsache biete ich sie nicht zu vergessen, da wir oft für unsere Vereins-Politik kritisiert wurden", lautete vor drei Jahren der nachträglich betrachtet wie ein Hohn klingende Finanzbericht.
Von internationalen Sponsor-Summen
Immer noch fehlt der schon seit Jahren gesuchte starke Wirtschafts-Partner. Seit dem Abgang von Hauptsponsor Bank Austria leuchtet mit Wien Energie zwar ein neuer Name im grellen Orange von den Dressen, doch von internationalen Sponsor-Summen ist man weiter entfernt denn je. Als Vergleich: Arsenal schloss unlängst den größten Sponsor-Deal in der englischen Fußball-Geschichte ab. Die Dubai-Airline "Emirates" bezahlt 100 Millionen Pfund (rund 144 Millionen Euro) für die Namensrechte am neuen Stadion und den Namenszug auf den Trikots der Gunners.
Obwohl bei Rapid die Einnahmen durch "Wettspiele" maximal ein Drittel des Budgets ausmachen, waren die positivsten Zahlen des Abends von der Zuschauer- und Fan-Abteilung. Mit fast 13.000 Besuchern wird der beste Schnitt seit den 60er-Jahren erreicht und fast 6.000 Abos bedeuten neuen Rekord: "St. Hanappi" wurde zuletzt im UEFA-Cup gegen Sporting und am Sonntag im 270. Derby gegen den Erzrivalen zu klein.
Bedürfte es einen weiteren Beweises, dass Rapid kein "normaler" Verein ist, so wurde er mit einem Blick in die Menge geliefert. Unter den stimmberechtigten Mitgliedern saß völlig unbemerkt ein Kuratoriums-Angehöriger von Rapid aus dem Burgenland: Martin Pucher, seines Zeichens Obmann des SV Mattersburg und Vize-Präsident der österreichischen Bundesliga. Als auf der Video-Leinwand der legendäre Panenka-Schupfer beim Meistertitel 1982 gegen Wacker Innsbruck eingespielt wurde, da leuchteten auch beim Rapid-Fan Pucher die Augen. (apa)
