Formel 1: Ralf Schumacher sagt dem Williams-BMW-Team ohne Wehmut ade
- Schumi II: "Es tut mir nicht Leid, dass ich gehe"
- Der Streit ums Gehalt macht den Abschied leicht
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Keine Tränen, keine Trauer, einfach nur ade: "Ohne Wehmut" verlässt Ralf Schumacher das Williams-Team nach sechs Jahren und wechselt zu Toyota. "Es tut mir nicht Leid, dass ich gehe", sagte der Deutsche vor seinem Abschiedsrennen für die Weiß-Blauen am Sonntag in Sao Paulo. "Es ist für beide Seiten gut, dass ich etwas anderes mache." Emotionslos kommentierte auch BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen den seit langem feststehenden Abgang des Formel 1-Piloten: "Ich verspüre keine Wehmut. Es waren schöne und erfolgreiche Jahre."
Schumacher (29) fällt sein Servus wegen eines handfesten Streits ums liebe Geld auch deshalb leicht, weil es sportlich nicht wie erhofft lief. "Dieses Jahr waren wir so weit weg wie noch nie", kritisierte der Wahl-Salzburger. Statt um den WM-Titel zu fahren, wie vom Team vollmundig angekündigt, verlor die britisch-bayerische Allianz nicht nur den Anschluss an Ferrari, sondern fiel auch noch hinter BAR-Honda und Renault zurück. Nach seinem schweren Unfall in Indianapolis war für Schumi II die Saison vollends verpatzt.
Negative Bilanz der sechs Williams-Jahre
Als "Höhepunkte" hob Schumacher den BMW-Einstieg 2000 in seinem zweiten Williams-Jahr und den ersten Sieg am 15. April 2001 beim GP von San Marino (jeweils noch unter BMW-Sportchef Gerhard Berger) hervor. Aber sonst zog er eine eher negative Bilanz: "Was wir in den sechs Jahren geleistet haben, war nicht annähernd das, was wir wollten. Wir haben uns deutlich mehr erwartet." Besonders bitter stoßen ihm die verpassten WM-Chancen auf, vor allem 2003. "Voriges Jahr haben wir es verbockt", sagte er.
Toyota zahlt mehr
Das erbitterte Gefeilsche ums Geld hatte letztendlich den Ausschlag für Schumachers Wechsel zu Toyota gegeben. Als Teamchef Frank Williams das Gehalt des Großverdieners immer stärker kürzen wollte, entschieden sich der Pilot und sein geschäftstüchtiger Manager Willi Weber schließlich für das Team Toyota, das Schumacher mit einem großzügigen Angebot gelockt hatte.
Von 16 auf vier Millionen Dollar
Williams wollte das auf 16 Millionen Dollar taxierte Einkommen seines teuersten Angestellten zunächst auf die Hälfte reduzieren, zog aber dieses unterschriftsreife Angebot beim Saisonfinale 2003 in Suzuka wieder zurück. Nach einem neuen Vorschlag sollte Schumacher von 2005 an nur noch ein Fixum von etwa vier Millionen Dollar sowie leistungsabhängige Prämien erhalten.
Wer nun 2005 neben dem Australier Mark Webber für Williams-BMW fährt, ist offen: Die Kandidaten heißen Antonio Pizzonia (BRA), Nick Heidfeld (GER) und David Coulthard (Schottland). "Es gibt keinen Favoriten", behauptet Theissen.
