Mäßiger Saison-Auftakt für ÖSV-Herren: US-Boy Bode Miller dominiert Sölden-RTL
- Knauß als bester Österreicher auf Platz 5, Schönfelder 6.
- "Herminator" verpatzt ersten Lauf, am Ende nur Rang 15
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in fetzigen Rennanzügen
Der Ski-Weltcup 2004/2005 hat am Sonntag in Sölden mit einer Gala-Vorstellung von Bode Miller begonnen. Wie im Vorjahr deklassierte der US-Amerikaner auf dem Rettenbach-Gletscher die Konkurrenz, die staunend die Überlegenheit des 27-jährigen Neo-Atomic-Piloten zur Kenntnis nehmen musste. 2003 hatte Miller, der seinen 13. Weltcup-Erfolg feierte, 1,12 Sekunden Vorsprung vorzuweisen gehabt, diesmal waren es sogar 1,17 Sekunden, die der zweitplatzierte Italiener Massimiliano Blardone zurück lag.
Platz drei ging an den Finnen Kalle Palander (+ 1,61), die Österreicher blieben hingegen wie im Vorjahr ohne Podestplatz und mussten sich mit den Plätzen fünf und sechs für den Steirer Hans Knauß und den Kärntner Rainer Schönfelder zufrieden geben. Gesamt-Weltcup-Sieger Hermann Maier eröffnete den WM-Winter mit einem 15. Rang, Herausforderer Benni Raich (im Vorjahr Fünfter) belegte in den Tiroler Bergen den enttäuschenden 13. Platz.
Maier und Miller einzige Sölden-Zweifachsieger
Mit den neuen Atomic-Latten war Miller, der vor allem im selektiven Steilhang die Konkurrenz distanzierte, ein Mal mehr in Sölden eine Klasse für sich. Locker, lässig und selbstbewusst hatte sich der Gewinner der RTL-Kristallkugel im Vorfeld präsentiert - zu Recht, wie sich bereits im ersten Durchgang herausstellte, nach dem er 0,93 Sekunden Vorsprung auf Palander aufwies. Miller ist damit nach Maier (Sölden-Sieger 1998 und 2000) der erst zweite männliche Zweifachsieger im Ötztal. Der US-Boy hält nun bei sieben Siegen im Riesentorlauf, vier im Slalom und zwei in der Kombination.
Alpinchef Pum: "Riesentorlauf nicht unbedingt unsere stärkste Disziplin"
Obwohl der Rückstand des besten Österreichers Knauß auf Miller 1,61 Sekunden betrug, war man im Lager des ÖSV nicht unzufrieden. "Unsere Erwartungen waren bei weitem nicht so hoch wie die der österreichischen Öffentlichkeit. Und der Riesentorlauf ist eben nicht unbedingt unsere stärkste Disziplin", meinte Alpinchef Hans Pum, der vor allem die Leistungen von Knauß (5.), Schönfelder (6.) und Michael Walchhofer (16.) hervorhob. Außerdem verwies Pum darauf, dass der Rückstand der Österreicher im Vorjahr (1,92 Sekunden) noch größer gewesen sei. Und was folgte, war schließlich dennoch eine vom rot-weiß-roten Powerteam dominierte Saison.
Knauß: "Platz am Podest wäre möglich gewesen"
Zum Lager der zufriedenen Österreicher zählten Knauß, Schönfelder und Walchhofer, wobei den Schladminger Knauß die Tatsache wurmte, dass er mit jeweils einem schweren Fehler pro Durchgang im eisigen Steilhang einen Stockerlplatz "verschenkte". "Ein Platz am Podest wäre locker möglich gewesen. Ich weiß aber jetzt immerhin, dass ich keinen Vergleich scheuen brauche."
Ein Rennen ganz nach Schönfelders Geschmack
Für Slalom-Weltcup-Sieger Schönfelder hat sich die harte RTL-Vorbereitung bereits in Sölden bezahlt gemacht. "Ein Rennen ganz nach meinem Geschmack. So habe ich mir das vorgestellt. Mir ist es heute zum ersten Mal gelungen, die Freude an diesem tollen Event direkt auf die Piste zu bringen", so der "Petzenbär", der sich wie die tausenden Fans in Sölden über den strahlenden Sonnenschein freute und im zweiten Durchgang einen Riesensatz vom 18. auf den sechsten Platz machte.
"Traumstart" für Abfahrts-Weltmeister Walchhofer
Eine beachtliche Leistung lieferte auch Abfahrts-Weltmeister Walchhofer in seinem ersten dritten Weltcup-Riesentorlauf. "Ein Traumstart für mich. Damit dürfte ich mir einen Fixplatz im Riesentorlauf gesichert haben und das war immer ein großes Ziel von mir", strahlte der Salzburger.
Maier, Raich und Gruber enttäuschten
Alles andere als zufrieden waren hingegen Lokalmatador Raich (13.), Maier (15.) und vor allem Christoph Gruber, der nur 52. wurde. Raich donnerte bereits im ersten Durchgang im Flachteil gegen eine Torstange und zerstörte dabei seinen Rennanzug, hatte daraufhin Schmerzen im linken Knie und im Oberschenkel. Mit Schmerzmitteln und einem neuen Anzug machte sich der Pitztaler dennoch fit für das Finale. "Der erste Durchgang war ganz schlecht, der zweite ein bisschen besser", so Raich.
Maier, der nach wie vor auf seinen ersten RTL-Sieg nach seinem Unfall warten muss, meinte: "Beide Läufe waren sehr schlecht, insofern ist die Platzierung noch beachtlich. Mir fehlt noch die Sicherheit. Aber die Saison ist noch lange, im Vorjahr war der Start ähnlich", meinte der Flachauer, der 2003 Sölden-16. war und später die "Große Kristallkugel" abräumte. "Ein Rennen zum Abhaken", analysierte Gruber seine enttäuschende Darbietung.
| Endklassement des Riesentorlauf in Sölden: | ||||||
| 1. | Bode Miller | USA | 2:16,44 | 1:08,84 | 1:07,60 | |
| 2. | Massimiliano Blardone | ITA | 2:17,61 | +1,17 | 1:09,77 | 1:07,84 |
| 3. | Kalle Palander | FIN | 2:17,92 | +1,48 | 1:09,77 | 1:08,15 |
| 4. | Joel Chenal | FRA | 2:17,95 | +1,51 | 1:10,12 | 1:07,83 |
| 5. | Hans Knauß | AUT | 2:18,05 | +1,61 | 1:10,22 | 1:07,83 |
| 6. | Rainer Schönfelder | AUT | 2:18,16 | +1,72 | 1:11,15 | 1:07,01 |
| 7. | Thomas Grandi | CAN | 2:18,17 | +1,73 | 1:10,22 | 1:07,95 |
| 8. | Fredrik Nyberg | SWE | 2:18,27 | +1,83 | 1:10,45 | 1:07,82 |
| 9. | Andreas Schifferer | AUT | 2:18,29 | +1,85 | 1:10,68 | 1:07,61 |
| . | Didier Cuche | SUI | 2:18,29 | +1,85 | 1:11,12 | 1:07,17 |
| 11. | Arnold Rieder | ITA | 2:18,31 | +1,87 | 1:10,91 | 1:07,40 |
| 12. | Alberto Schieppati | ITA | 2:18,35 | +1,91 | 1:10,82 | 1:07,53 |
| 13. | Benjamin Raich | AUT | 2:18,52 | +2,08 | 1:10,64 | 1:07,88 |
| 14. | Alexander Ploner | ITA | 2:18,60 | +2,16 | 1:10,55 | 1:08,05 |
| 15. | Hermann Maier | AUT | 2:18,64 | +2,20 | 1:11,18 | 1:07,46 |
| 16. | Michael Walchhofer | AUT | 2:18,72 | +2,28 | 1:11,36 | 1:07,36 |
| 17. | Erik Schlopy | USA | 2:18,74 | +2,30 | 1:10,76 | 1:07,98 |
| 18. | Gauthier de Tessieres | FRA | 2:18,96 | +2,52 | 1:11,64 | 1:07,32 |
| 19. | Frederic Covili | FRA | 2:19,00 | +2,56 | 1:11,01 | 1:07,99 |
| 20. | Ambrosi Hoffmann | SUI | 2:19,01 | +2,57 | 1:11,64 | 1:07,37 |
| 21. | Marco Büchel | LIE | 2:19,02 | +2,58 | 1:11,87 | 1:07,15 |
| 22. | Didier Defago | SUI | 2:19,09 | +2,65 | 1:11,29 | 1:07,80 |
| 23. | Kjetil Jansrud | NOR | 2:19,16 | +2,72 | 1:11,35 | 1:07,81 |
| 24. | Akira Sasaki | JPN | 2:19,27 | +2,83 | 1:11,71 | 1:07,56 |
| 25. | Dane Spencer | USA | 2:19,28 | +2,84 | 1:11,69 | 1:07,59 |
| 26. | Davide Simoncelli | ITA | 2:19,35 | +2,91 | 1:10,98 | 1:08,37 |
| 27. | Giorgio Rocca | ITA | 2:19,39 | +2,95 | 1:11,47 | 1:07,92 |
| 28. | Stephan Görgl | AUT | 2:19,66 | +3,22 | 1:11,38 | 1:08,28 |
| 29. | Sami Uotila | FIN | 2:19,84 | +3,40 | 1:11,47 | 1:08,37 |
| 30. | Aksel Lund Svindal | NOR | 2:19,95 | +3,51 | 1:10,53 | 1:09,42 |
Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Bruno Kernen (SUI) , Daron Rahlves (USA) , Hannes Reiter (AUT) , Manfred Mölgg (ITA) , Truls Ove Karlsen (NOR)
(apa/red)
