Sonntag, 24. Oktober 2004

Schönstes deutsches Wort gekürt:
"Habseligkeiten" siegt vor "Geborgenheit"

  • "Lieben" landet nur auf dem dritten Platz
  • Über 22.000 Menschen beteiligten sich an der Wahl

"Habseligkeiten" ist das schönste deutsche Wort. Das ist das am Sonntag vorgestellte Ergebnis eines internationalen Wettbewerbs. Zum zweitschönsten Wort wählte die Jury um die Präsidentin des Goethe-Instituts, Jutta Limbach, "Geborgenheit", und auf den dritten Platz kam das Wort "lieben".

Insgesamt 22.838 Einsendungen aus 111 Ländern gingen beim Deutschen Sprachrat in der Zeit vom 4. Mai bis zum 1. August dieses Jahres ein, wie der WDR am Sonntag in seiner TV-Sendung "west.art" berichtete. Am häufigsten wurde "Liebe" vorgeschlagen.

Die Einsenderin des schönsten Wortes "Habseligkeiten", Doris Kalka, die eine Reise nach Mauritius gewonnen hat, hatte zu ihrem Vorschlag erklärt: "Das Wort bezeichnet nicht den Besitz, nicht das Vermögen eines Menschen, wohl aber seine Besitztümer, und es tut dies mit einem freundlich-mitleidigen Unterton, der uns den Eigentümer dieser Dinge sympathisch und liebenswert erscheinen lässt. Typischer Vertreter dieser Klasse von Eigentümern ist etwa ein sechsjähriges Kind, das den Inhalt seiner Hosentaschen ausbreitet, um sich am Reichtum, an der Vielfalt der geliebten Sammlung zu erfreuen. Oder das Wort bezeichnet - die mehr vom Mitleid geprägte Variante - den spärlichen Besitz dessen, der sein Zuhause verliert und sein karges Hab und Gut für alle sichtbar transportieren muss, zu welchem Unterschlupf auch immer."

Das Wort "Geborgenheit" hatte Annamaria Musakova aus der Slowakei vorgeschlagen. "In meiner Sprache kann man die Gefühle der Geborgenheit nicht in Worte fassen. Das macht aus diesem Wort mein Lieblingswort der deutschen Sprache", erklärte sie. Das Wort "lieben" kam von Gloria Bosch aus Palma de Mallorca. "Dieses Wort ist für mich das schönste deutsche Wort, weil es nur ein 'i' vom Leben entfernt ist."

Der Jury gehörten unter anderen der Sänger Herbert Grönemeyer, der Schriftsteller Uwe Timm und der Regisseur Joseph Vilsmaier an

(apa)

24.10.2004 13:30