Montag, 25. Oktober 2004

Schweres Nachbeben in Japan fordert weitere Tote: Bereits mindestens 25 Opfer

  • 1.250 Verletzte. Fast 100.000 Menschen evakuiert
  • Stärke von 5,6 nach Richter, weitere Beben befürchtet

Nach der Erdbebenserie vom Wochenende kommt Japan noch immer nicht zur Ruhe: Ein heftiges Nachbeben erschütterte am Montag den Norden des Landes, auf die südlichen Inseln steuerte ein Taifun zu. Die Zahl der Todesopfer nach den Erdbeben vom Samstag stieg unterdessen auf mindestens 25. Zehntausende Haushalte waren am Montag noch immer ohne Wasser und Strom.

Das Nachbeben der Stärke 5,6 versetzte am Morgen die rund 100.000 Menschen, die in Notunterkünfte geflohen sind, erneut in Angst und Schrecken. Zahlreiche Gebäude gerieten ins Schwanken, Berichte über Schäden oder Verletzte lagen zunächst aber nicht vor. In der Nacht wurden mehrere leichtere Beben registriert, wie Meteorologen berichteten. In der betroffenen Region gingen nach Polizeiangaben fast 90 Schlammlawinen ab, mehr als 150 Häuser wurden vollständig zerstört.

Von den rund 2.000 Verletzten konnten die meisten nach offiziellen Angaben inzwischen wieder aus Krankenhäusern entlassen werden. Die Versorgung der zahlreichen Obdachlosen blieb jedoch schwierig, weil viele Straßen und Tunnels in der Region noch nicht wieder passierbar waren. Zahlreiche Dörfer waren von der Außenwelt abgeschnitten und konnten nur über Hubschrauber erreicht werden.

Nach einem Bericht des Fernsehsenders NHK sind außerdem Hilfsgüter knapp, weil viele bereits nach dem Taifun "Tokage" vor rund einer Woche verbraucht wurden. Die USA sagten Japan 50.000 Dollar (39.664 Euro) Finanzhilfe zu, wie US-Botschafter Howard Baker mitteilte.

Die Zahl der Todesopfer nach "Tokage" stieg der Polizei zufolge auf mindestens 83, nachdem am Wochenende vier weitere Leichen geborgen wurden. Acht Menschen wurden noch vermisst. Der Taifun "Nock-ten" kostete unterdessen in Taiwan drei Menschen das Leben. Ein Fischer wurde noch vermisst. Wegen heftiger Regenfälle mussten mehrere Flüge abgesagt werden in etlichen Städten blieben Schulen und Geschäfte geschlossen.

Das Zentrum des Sturms befand sich am Montag nördlich der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh. Meteorologen zufolge sollte sich der Taifun in Richtung der südlichen japanischen Inseln bewegen, könnte dabei aber an Kraft verlieren und zu einem Tropensturm herabgestuft werden.
(apa)

25.10.2004 13:40