Donnerstag, 21. Oktober 2004

Streit in UNO spitzt sich zu: Klonen total verbieten oder für Forschung erlauben?

  • Etwa ein Dutzend Länder für "therapeutsches Klonen"
  • Österreich spricht sich für umfassendes Verbot aus

Der Streit über ein weltweites Verbot für das Klonen menschlicher Zellen hat sich am Donnerstag in einer Debatte im Rechtsausschuss der Vereinten Nationen zugespitzt. Ein gutes Dutzend Länder appellierte an den Ausschuss, das so genannte therapeutische Klonen nicht mit in das geplante Moratorium einzuschließen.

Alle Staaten stimmen darin überein, einen Riegel vor das reproduktive Klonen von Babys zu setzen. Doch die Geister scheiden sich am therapeutischen Klonen, bei dem embryonale Stammzellen zu Forschungszwecken geklont werden. Österreich ist für ein umfassendes Klonverbot durch die Vereinten Nationen.

Den 191 UNO-Mitgliedsstaaten lagen zum Auftakt einer zweitägigen Debatte zwei Resolutionsentwürfe vor. Der eine, von Costa Rica eingebracht und von den USA sowie bis zu 60 anderen Staaten unterstützt, würde das Klonen menschlicher Zellen grundsätzlich verbieten. Costa Ricas Außenminister begründete seine Initiative damit, dass "jede Art menschlichen Klonens, völlig unabhängig von ihrem Zweck, eine Beleidigung der menschlichen Würde" ist.

Der andere Entwurf verbietet nur das Klonen von Babys und schließt das Klonen für medizinische Zwecke vorerst aus. Von Belgien eingebracht, wird diese Initiative u.a. von Großbritannien, Frankreich, China und Südkorea gefördert. Der Sprecher der südkoreanischen Delegation sagte: "Wir haben kein Recht, der Menschheit die Aussicht auf Hilfe gegen so viele Leiden zu nehmen."

Auch die finnische UN-Botschafterin Rasi sprach sich für eine Fortsetzung der Studien mit embryonalen Stammzellen aus. "Stammzellen könnten die nächste Revolution in der Medizin bringen", sagte sie. Bisherige Forschungsergebnisse lassen hoffen, dass Therapien mit geklonten Stammzellen einmal schwerste Leiden heilen können.

(apa)

21.10.2004 21:38