Trotz Versorgungskrise: Kein Engpass bei Grippe-Impfstoff für die US-Abgeordneten
- Schieflage: Statt 100 Dollar zahlen Abgeordnete nichts
- Nur die Hälfte der geplanten 100 Millionen Dosen ist da
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Der akute Engpass bei Grippe-Impfstoff in den USA trifft die Abgeordneten und ihre Mitarbeiter im Kapitol nicht. Obwohl landesweit heuer nur die Hälfte des benötigten Impfstoffs verfügbar ist und in vielen Apotheken überhaupt keine Dosen mehr vorhanden sind wurden die 535 Volksvertreter extra aufgefordert sich impfen zu lassen. Bisher wurden 2.000 Impfungen an Abgeordnete, Senatoren und ihre Mitarbeiter im ärztlichen Büro für das Kapitol verabreicht.
Die offiziellen Richtlinien für die Vergabe von Grippeimpfungen sehen vor, dass sich nur Mitglieder einer Risikogruppe wie Personen über 65 Jahren, chronisch Kranke mit geschwächtem Immunsystem, Schwangere und Kleinkinder impfen lassen sollten. Im Kongress genüge es aber nach einer Impfung zu verlangen, aus Gründen der Anonymität werde nicht weiter gefragt, berichtet die "Washington Post". Während in manchen Geschäften mehr als 100 Dollar für eine Impfstoff-Dosis gefordert werden ist die Impfung für die Abgeordneten und ihre Mitarbeiter gratis.
Schütteln viele Hände und küssen Babys
Der republikanische Senator und Arzt Bill Frist hat seine 99 Senatskollegen per Brief aufgefordert sich gegen Influenza impfen zu lassen. Auch der Kapitols-Arzt ist von der Sinnhaftigkeit der Grippeimpfung für alle Politiker überzeugt: Weil sie viele Hände schütteln und viele Babys küssen seien sie selber besonders gefährdet aber auch eine Gefahr für andere, da sie das Influenza-Virus weiter verbreiten könnten. Präsident George W. Bush hatte allerdings in einer TV-Debatte gesagt, er werde sich heuer nicht impfen lassen.
Wegen des Ausfalls von einem von nur zwei Impfstofflieferanten für den US-Markt stehen heuer nur rund 50 Millionen Dosen für Grippe-Impfung zur Verfügung. Vorgesehen war die Lieferung von 100 Millionen Dosen. Die Produktionsanlage des US-Unternehmens Chiron in Großbritannien war von den britischen Behörden wegen Verunreinigungen geschlossen worden. Nun werden die USA lediglich von Aventis-Pasteur mit Grippeschutzimpfstoff beliefert. (apa)
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