Freitag, 22. Oktober 2004

Grubenexplosion in China: Unglück begräbt fast 150 Menschen unter sich

  • 62 Opfer geborgen, kaum mehr Hoffnung für Vermisste
  • 446 Kumpel arbeiteten in Grube, 298 wurden gerettet

Bei einer gewaltigen Explosion in einem chinesischen Kohlebergwerk sind vermutlich 148 Arbeiter getötet worden. 62 Menschen wurden bis Freitag tot geborgen. Für 86 verschüttete Kumpel gab es kaum noch Hoffnung, wie ein Regierungsbeamter in Peking mitteilte. 20 Arbeiter wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert, vier von ihnen waren in einem kritischen Zustand.

Zum Zeitpunkt des Unglücks am Mittwochabend befanden sich nach Angaben der Arbeitsschutzbehörde 446 Beschäftigte unter Tage. 298 hätten sich selbst in Sicherheit bringen können. Xinhua zufolge war das Grubenunglück, das sich in der staatseigenen Mine Daping 40 Kilometer südwestlich der Industriestadt Zhengzhou ereignete, das folgenschwerste in diesem Jahr.

Die Ursache der Explosion war zunächst unklar. Die Gaskonzentration in der Grube sei in weniger als drei Minuten von zwei auf 40 Prozent gestiegen, berichtete das staatliche Fernsehen. Vermutlich seien viele Opfer schon vor der Explosion erstickt. Die Behörden nahmen Ermittlungen auf. Beim Abbau von Kohle entsteht Gas, das bergmännisch als Schlagwetter bezeichnet wird.

Unterdessen geht die Suche der mehr als 1.000 Rettungskräfte nach den 86 Vermissten weiter, wie Xinhua berichtete. An der Oberfläche warteten zahlreiche Angehörige verzweifelt auf Nachrichten. Die Leichen der bereits geborgenen Opfer lägen zur Identifizierung vor den Verwaltungsgebäuden der Mine, die insgesamt 4.100 Menschen beschäftigt.

In chinesischen Kohlebergwerken ereignen sich immer wieder schwere Unfälle. Allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres kamen nach offiziellen Angaben bei Explosionen, Überflutungen und anderen Unfällen unter Tage 4.153 Arbeiter ums Leben. Nach Angaben der Regierung war das gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Rückgang um 13 Prozent.
(apa)

22.10.2004 07:39