Mittwoch, 20. Oktober 2004

Erst kurz im Amt und schon in der Kritik: Türkische Presse zitiert Plassnik-Aussagen

  • Verhandlung "ein Prozess, der angehalten werden kann"
  • Zeitung schießt sich in dem Berichte auf die FPÖ ein

Mit Aufmerksamkeit werden in den türkischen Medien die ersten Aussagen der neuen österreichischen Außenministerin Ursula Plassnik (V) zur möglichen Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen verfolgt. Die designierte Ministerin habe erklärt, dies sei "ein Prozess, der angehalten werden kann", schreibt die englischsprachige "Turkish Daily News" in ihrer Mittwoch-Ausgabe.

Plassnik wurde unter Berufung auf die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi mit der Äußerung zitiert, man stehe bei den Verhandlungen nicht vor einem Fließband, das keinen Schalter zum Abdrehen habe. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) habe Plassnik Verständnis für Bedenken gegenüber einer türkischen Mitgliedschaft geäußert, zugleich aber erklärt, sie verstehe die Besorgnis wegen eines Beginns von Verhandlungen nicht.

Österreich gehöre zu den EU-Staaten, wo die öffentliche Meinung in hohem Maße gegen einen EU-Beitritt sei, wurde in dem Artikel vermerkt. Der rechte Koalitionspartner FPÖ habe mit einem Austritt aus der Koalition gedroht, sollte Österreich beim EU-Gipfel für einen Beginn von Verhandlungen mit der Türkei stimmen.
(apa/red)

20.10.2004 11:57