Ganz Frankreich in Angst: Erpresser drohen mit Vergiftung von Lebensmitteln
- "AZF" fordert von acht Konzernen je eine Million Euro
- Polizei: Kein Zusammenhang mit Bahnerpressung
Erpresser in Frankreich drohen Lebensmittel- und Kosmetikkonzernen mit der Vergiftung ihrer Produkte. Das bestätigte die Polizei nach dem Scheitern einer Fahndungsaktion in Toulouse. Rund 350 Polizisten überwachten in der vergangenen Woche sämtliche Postfilialen in der südwestfranzösischen Stadt, weil sie die Erpresser bei der Versendung eines weiteren Drohbriefs abzufangen hofften. Seit Juni waren Schreiben an acht multinationale Konzerne abgeschickt worden, in denen eine Gruppe namens AZF je eine Million Euro forderte.
Nach Einschätzung der Polizei besteht kein Zusammenhang mit den Bombendrohungen gegen die französische Bahn, die Anfang dieses Jahres ebenfalls von einer Organisation namens AZF ausgesprochen wurden. Anders als damals, als tatsächlich zwei Bomben an Bahnstrecken gefunden wurden, gibt es dieses Mal offenbar keine Belege für eine wirkliche Bedrohung. "Im Augenblick gibt es nichts, was uns davon überzeugt, dass die Gefahr real ist", sagte Polizeisprecher Patrick Hamon.
Die Zeitung "Le Figaro" druckte einen Drohbrief ab, den sie bereits im vergangenen Monat erhalten hatte. Unter einem Briefkopf mit Totenkopf schrieben die Erpresser: "Es scheint, dass für große Unternehmen Menschenleben weniger zählen als Geld. Ab dem 7. Oktober werden wir in ganz Frankreich willkürlich verschiedene Produkte vergiften."
Nach dem 7. Oktober sei ein neues Ultimatum aufgestellt worden, deshalb habe die Polizei mit einem weiteren Drohbrief gerechnet, berichtete der "Figaro". Zwischenzeitlich hätten die Erpresser ihre Botschaften an die betroffenen Unternehmen, deren Namen nicht bekannt wurden, auch als Heiratsanzeigen verschlüsselt in dieser Zeitung übermittelt. Ähnlich sei es bei den Bahnerpressern gewesen, die über Anzeigen in der "Liberation" mit dem Innenministerium kommuniziert hätten.
(apa/red)
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