Montag, 18. Oktober 2004

Spirale des Terrors dreht sich weiter: Mehrere Tote bei Anschlägen im Irak

  • Polizisten wiederholt das Ziel irakischer Extremisten
  • Bakuba: Verletzte bei Zusammenstößen mit Rebellen

Bei Anschlägen auf Polizisten sind am Montagmorgen und in der vorangegangenen Nacht im Irak acht Polizisten ums Leben gekommen. Ein Polizist wurde am Morgen in Hilla getötet und vier weitere wurden verletzt, als Unbekannte das Feuer auf sie eröffneten, teilte die Polizei 100 Kilometer südlich von Bagdad mit. Die Beamten gehörten zu einer Streife, die eine Lebensmittelausgabestelle sicherte.

Bei einem Anschlag in Bagdad waren am späten Sonntagabend sieben Polizisten ums Leben gekommen. Zudem habe es zahlreiche Verletzte gegeben, berichtete der arabische Nachrichtensender Al Jazeera. Die Autobombe sei neben einem Restaurant detoniert, in dem Mitglieder der Sicherheitskräfte zu Abend aßen.

Bei Bakuba eröffneten in der Nacht Unbekannte das Feuer auf eine Polizeistreife. Sieben Beamte wurden mit Verletzungen in das örtliche Krankenhaus gebracht, bestätigten Ärzte in der Stadt 60 Kilometer nördlich von Bagdad. Bei der Explosion einer Autobombe in der nordirakischen Stadt Mossul sind nach Angaben des US-Militärs fünf Zivilisten getötet und mindestens 15 verletzt worden. Ein Armeesprecher sagte am Montag, der Sprengsatz sei bereits am Sonntag detoniert. Das Auto mit der Bombe sei mit einem anderen Fahrzeug auf einer Brücke kollidiert. Bei der anschließenden Explosion seien zahlreiche weitere Autos zerstört worden. Über die Anschlagspläne des Fahrers war zunächst nichts bekannt.

Großbritannien prüft in dieser Woche eine Anfrage aus den USA, zur Unterstützung der US-Truppen im Irak Soldaten aus dem relativ friedlichen Süden in umkämpftere Landesteile zu verlegen. Verteidigungsminister Geoff Hoon werde dazu am Montag im Parlament eine Erklärung abgeben, teilte ein Sprecher mit. Eine Entscheidung gebe es aber noch nicht. Sie werde ausschließlich nach operativen Erwägungen getroffen. Nach Expertenangaben sollen bis zu 650 britische Soldaten die bisherigen Aufgaben der US-Truppen übernehmen, die nun im Kampf in den Rebellenhochburgen wie Falluja gebunden seien. Als Stationierungsorte kämen Städte südlich von Bagdad in Frage. Britische Soldaten sind derzeit in der südirakischen Stadt Basra im Einsatz, in der relative Ruhe herrscht. Seit Kriegsbeginn Anfang vergangenen Jahres sind 68 britische Soldaten und mehr als 1000 US-Soldaten ums Leben gekommen.

Die US-Armee hat den am Freitag festgenommenen sunnitischen Chef-Unterhändler von Falluja, Khaled al Jumaili, freigelassen. Die Waffenstillstandsgespräche zwischen den Rebellen in Falluja und der irakischen Übergangsregierung seien abgesagt worden, sagte Jumaili dem arabischen TV-nachrichtensender Al Jazeera am Montag. "Wenn sie (die Amerikaner) ihre guten Absichten zeigen wollen, dann müssen sie die Luftangriffe stoppen (...) dies geschah aber nicht." Am Sonntag hatten sich US-Truppen mit Unterstützung der Luftwaffe neun Stunden lang Gefechte mit Aufständischen in Falluja geliefert. Die Waffenstillstandsgespräche zwischen Jumaili und der irakischen Übergangsregierung waren vorige Woche ausgesetzt worden, nachdem Regierungschef Iyad Allawi von der Stadt Falluja ultimativ die Auslieferung des Al-Kaida-Verbündeten Abu Mussab al Zarqawi gefordert hatte. (apa/red)

18.10.2004 13:55