Sonntag, 24. Oktober 2004

Dramatische Szenen in Graz: Vater wollte fünfjährige Tochter in die Mur werfen!

  • Couragierte Passantinnen verhinderten Wahnsinnstat
  • Grund sind offenbar Probleme in der Beziehung

Ein Beziehungsdrama ist am Samstag glimpflich verlaufen. Laut Polizei wollte ein Mann seine fünf Jahre alte Tochter von einer Brücke in die Mur werfen und danach Selbstmord begehen. Zwei Joggerinnen konnten den Mann zum Aufgeben überreden. Er gab Beziehungsprobleme als Motiv an. Der 42-Jährige wurde wegen des Verdachtes des versuchten Mordes in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert.

Laut Polizei war der 42-jährige Heinz Sch. nach durchzechter Nacht Samstag früh in die Wohnung zurückgekehrt, in der sich seine fünfjährige Tochter und sein Stiefsohn (18) aufhielten. In einem Telefonat mit seiner Lebensgefährtin, die außer Haus war, drohte der alkoholisierte Mann damit, "alle abzustechen und für seine Tochter eine schöne Brücke zu suchen, um schwimmen zu gehen". Es soll laut Polizei nicht das erste Mal gewesen sein, dass der 42-Jährige solche Drohungen aussprach.

Danach verließ er mit seiner Tochter die Wohnung. Der Spenglergeselle ging zum "Puchsteg" und zog sich in der Mitte der Brücke aus. Dann nahm er die Kleine und hielt sie über das Brückengeländer. Durch die Schreie des Mädchens wurden zwei Joggerinnen auf die Tat aufmerksam. Durch gutes Zureden gelang es den beiden Frauen, den 42-Jährigen von seinem Vorhaben abzubringen und das Mädchen von der Brücke zu schaffen.

Als der Lebensmüde bereits mit einem Bein über das Brückengeländer gestiegen war, traf die Polizei ein. Der Verdächtige ließ sich widerstandlos festnehmen. Er beteuerte bei der Einvernahme, dass er nicht die Absicht gehabt hätte, sein Kind zu töten. Er wollte lediglich auf seine "Verzweiflung" wegen der privaten Situation hinweisen. Die Fünfjährige wurde zur psychologischen Betreuung mit ihrer Mutter ins LKH Graz eingeliefert. Der 42-Jährige befindet sich in U-Haft.

(apa)

24.10.2004 11:15