Sonntag, 24. Oktober 2004

"Effizienter, internationaler, jünger": Laut Platter soll Heeresreform-Plan 2005 stehen

  • Mininister: "Keine Zerschlagung der Waffengattungen"
  • Kasernen-Verkauf bleibt weiterhin Thema

Mit zwei Leistungsschauen präsentiert sich das Bundesheer am Nationalfeiertag. Im Jahr 2010 werde es ein anderes Heer geben, so Verteidigungsminister Platter im APA-Gespräch. Es soll effizienter, internationaler und jünger sein, es soll mehr Frauen und mehr Technologie geben. Die konkreten Züge der Heeres-Reform sollten sich rund um den Jahreswechsel abzeichnen, kündigt der Minister an. Das Thema Kasernen-Verkauf bleibt jedenfalls aktuell.

Derzeit arbeitet unter Leitung von Generalmajor Othmar Commenda, der bereits der militärische Kopf der Bundesheer-Reformkommission war, ein Projektmanagement am Konzept der Reform. Platter dazu: "Mit Beginn des Jahres 2005 steht die Planung der Streitkräfte."

Mit dem bisherigen Ablauf der Planungen ist der Minister zufrieden. Inhaltlich will er sich aber noch nicht festlegen. Platter betont nur, dass keine Waffengattung zur Gänze aufgegeben werde. Auch das Bundesheer des Jahres 2010 werde noch über schwere Panzer verfügen. "Mein Ziel ist es, dass wir bei diesen Geräten zurückfahren können. Aber eine Zerschlagung der Waffengattungen kommt für mich nicht in Frage."

Und Platter macht klar, dass das Bundesheer der Zukunft über mehr leichte gepanzerte Fahrzeuge verfügen müsse. Fix bestellt sind in Deutschland als "Vorgriff" 20 Fahrzeuge vom Typ "Dingo", die auf Basis eines zivilen Allrad-Lkw gebaut werden. Nötig seien aber weitere derartige Fahrzeuge, die Größenordnung steht aber noch nicht fest. Ebenfalls Bestandteil der Planungsüberlegungen sei die Beschaffung weiterer "Pandur"-Radpanzer.

Weiters in Planung ist das heikle Thema Kasernen-Verkauf. Platter bleibt trotz anders lautender Aussagen seitens der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) dabei, dass alle Liegenschaften des Heeres einen Gesamtwert von mehr als drei Milliarden Euro haben. Bis zu 40 Prozent davon sollen veräußert werden, der Ressortchef will dadurch für die Heeresreform rund eine Mrd. Euro einnehmen.

(apa)

24.10.2004 15:08