Samstag, 23. Oktober 2004

Nach Einigung auf Chipkarte: SPÖ befürchtet "massive Zusatzbelastung"

  • "Misswirtschaft, Gesetzesbruch & Geldverschwendung"
  • Ärztekammer & Hauptverband schweigen zu Details

Am Mittwoch wollen der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und die Ärztekammer den neuen Gesamtvertrag zur Einführung der Chipkarte vorstellen, die ab 2005 den Krankenschein ersetzen soll. Die SPÖ befürchtet in diesem Zusammenhang "eine massive Zusatzbelastung der Versicherten".

Hier hätten sich nun offenbar "zwei auf Kosten eines Dritten, nämlich der Versicherten" gefunden, meint SPÖ-Rechnungshofsprecher Kräuter. Dem Hauptverband wirft Kräuter mit Blick auf einen kritischen Rechnungshofbericht zur Chipkarte "Misswirtschaft, Gesetzesbruch und Geldverschwendung" vor. Die Ärztevertreter wollen seiner Meinung nach die Kosten der Chipkarten-Einführung auf die Versicherten abschieben.

Über die Inhalte der Einigung schweigen sich Ärztekammer und Hauptverband vorerst aus. Details sollen am Mittwochabend präsentiert werden. Aus Verhandlungskreisen war lediglich zu erfahren, dass es eine zwischen Ärzten und Sozialversicherung gemischte Finanzierung der Zusatzkosten für die Chipkarte geben soll. Zur Verrechnung der "elektronischen Krankenscheine" werden die Ärzte jedenfalls einen Internet-Anschluss in ihrer Praxis benötigen. Ein Computer soll an sich nicht nötig sein, das die elektronische Kommunikation über eine so genannte "Gina Box" abgewickelt wird.

(apa)

23.10.2004 12:20