Freitag, 22. Oktober 2004

Zahl der Flüchtlinge auf 1.300 reduziert: Keine Entspannung im Lager Traiskirchen

  • Strasser streicht gute Kooperation mit Ländern heraus
  • Laut Innenminister ein Drittel weniger Asylanträge

Auf dem richtigen Weg sieht sich Innenminister Strasser mit der Zwangsverlegung von Asylwerbern aus dem Erstaufnahmelager Traiskirchen. Die Zahl der Flüchtlinge im Lager sei in den vergangen zehn Tagen von mehr als 1.600 auf 1.200 bis 1.300 reduziert worden. Allerdings gebe es noch keine Anzeichen für Entspannung, räumte Strasser ein.

Wie schon in den vergangenen Tagen sollten auch am Freitag wieder "mehr als 50" Verlegungen von Flüchtlingen vorgenommen werden. Strasser strich die prinzipiell gute Kooperation mit den Ländern heraus. "Kein Verständnis" habe er allerdings, wenn freistehende Quartiere nicht zur Verfügung gestellt werden.

Strasser verwies auch darauf, dass es derzeit ein Drittel weniger Asylanträge als vor einem Jahr gebe. Gleichzeitig betrage die Anerkennungsquote knapp 50 Prozent. "Zentraler Punkt" in Fragen rund um das Asylgesetz ist für Strasser "ein Gesetz und damit ein Verfahren", das jenen rasch Asyl gibt, die es brauchen, und Missbrauch unterbindet.

Genau das wollten wir verhindern", sagte der Minister zu einem Fall, der ihm am Donnerstagabend bekannt geworden ist. Von vier für eine Charterabschiebung vorgesehenen Nigerianern habe einer "im Wege eines evangelischen Flüchtlingsbetreuers" im letzten Moment noch einen Asylantrag gestellt. Der Schwarzafrikaner habe einen solchen schon 1999 eingebracht, aber wieder zurückgezogen. Außerdem sei er rechtskräftig zu fünf Jahren Haft wegen Drogenhandels verurteilt. (apa)

22.10.2004 14:53