Donnerstag, 21. Oktober 2004

Alarmierende Studie: Österreich bei Ressourcenverbrauch im Spitzenfeld

  • Rang 24 in weltweitem Ranking, Kritik des WWF
  • Pröll wiegelt ab: "Im Vergleich zu EU immer noch gut"

Österreich liegt unter den Staaten mit dem höchsten Ressourcenverbrauch weltweit auf Platz 24. Das geht aus dem "Living Planet Report 2004" des "Wordwide Fund for Nature" hervor, der am Donnerstag in Wien präsentiert wurde. WWF-Geschäftsführer Lutschinger kritisierte dabei, dass der österreichische "Ökologische Fußabdruck" in den vergangenen zehn Jahren um vier Prozent gewachsen sei.

Mit dieser Maßeinheit wird der Flächenverbrauch eines Landes pro Person bemessen. Umweltminister Josef Pröll räumte ein, dass der entsprechende Stand derzeit bei 4,6 Hektar pro Kopf liege. Allerdings sei der Wert im EU-Durchschnitt immer noch gut, betonte er. Gesamteuropäisch sei der "Ökologische Fußabdruck" 5,1 Hektar groß.

Unter dem Strich sieht man beim WWF hier zu Lande ein negatives Ergebnis: Schließlich sei die Biokapazität um sieben Prozent verringert worden. Das ökologische Defizit sei daher deutlich angewachsen. Ein weiterer Kritikpunkt: Während in Österreich immer mehr Fläche pro Kopf verbraucht wird, sei der Ökologische Fußabdruck weltweit im vergangenen Jahrzehnt um zwei Prozent gesunken, geht aus der Studie hervor. Auch der Wasserverbrauch sei sehr hoch.

Auch international ist die Lage wenig erfreulich: Die Menschheit plündert die Ressourcen der Erde schneller, als diese sich wieder erholen können. Der Verbrauch fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas beispielsweise hat von 1961 bis 2001 um fast 700 Prozent zugenommen. Der Planet ist aber nicht in der Lage, das freigesetzte Kohlendioxid zu absorbieren, das die schützende Ozonschicht der Erde angreift.

21.10.2004 22:13