Fiktives Erdbeben in "Tritolien": EU-Katastrophenhilfeübung ging zu Ende
- 16 Schauplätze in Bezirken Baden und Wiener Neustadt
- Kommandant: Erfahrungen von immenser Wichtigkeit
Drei Tage nach dem fiktiven Erdbeben in "Tritolien" haben die Einsatzteams gestern, Mittwoch, die erste in Österreich durchgeführte und zugleich größte EU-Katastrophenhilfeübung in diesem Jahr erfolgreich beendet, zog die "Eudrex"-Pressestelle des Verteidigungsministeriums Bilanz. An insgesamt 16 Schauplätzen in den Bezirken Baden und Wiener Neustadt mussten verschiedene ABC-Szenarien bewältigt werden.
An "Eudrex 2004" beteiligt waren 1.900 Hilfskräfte aus 30 Nationen. Erstes Resümee des Kommandanten der Landstreitkräfte und Übungsleiters, Generalleutnant Edmund Entacher: "Vor allem die hohe Motivation und Teamfähigkeit aller eingesetzten Rettungskräfte waren für den Erfolg ausschlaggebend."
Nachbarn Deutschland, Tschechien und Slowakei nahmen teil
Die Übung unter der Annahme, dass radioaktive, biologische und chemische Substanzen frei gesetzt wurden, ging vom ersten regionalen Einsatz in ausländische Beteiligung über. Die beiden Bezirkshauptmannschaften waren gemeinsam mit dem Katastropheneinsatz-Referat des Landes NÖ - wie im Ernstfall auch - hauptverantwortlich für das lokale Krisenmanagement. Auf Grund des enormen Ausmaßes der Katastrophe ersuchte "Tritolien" um Hilfe, wodurch der EU-Mechanismus für grenzüberschreitende Katastrophenhilfeeinsätze aktiviert wurde.
Montagabend trafen die ersten Hilfskräfte aus Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Polen, Lettland und Bulgarien mit Spezialgeräten in "Tritolien" ein. Die rund 90 Profis der internationalen Crisis-Intervention-Teams (CIT) waren vor allem auf Rettungs- und Bergeeinsätze unter ABC-Bedrohungen konzentriert. "Wir haben sehr viel gelernt, und der Aufwand, den Österreich betrieben hat, ist äußerst beachtlich", stellte der Leiter des deutschen Einsatzteams, Mario König, fest.
Kommunikationseinheiten mussten abgestimmt werden
Wie in der Aussendung weiter erläutert wurde, bestand zu Beginn ein hoher Koordinierungsaufwand, da bei dieser Übung erstmals Organe der UNO, EU und Elemente der nationalen Ebenen zusammenwirkten. Kommunikationsschienen wie Satellitenverbindungen und Computernetzwerke mussten synchronisiert werden. Durch die konstruktive Haltung aller Teilnehmer seien aber sämtliche Ungereimtheiten mit Bravour gelöst und das "Know How" der einzelnen Organisationen bestmöglich ausgeschöpft worden.
"Im Bereich der Katastrophenhilfe sind internationale Erfahrungen von immenser Wichtigkeit. Die international einsetzbaren Teams müssen die Arbeitsweisen und die Fähigkeiten untereinander kennen", so Entacher, der auch die konstruktive Zusammenarbeit der Ministerien für Inneres (inhaltliche Leitung der Übung, Anm.) und Verteidigung (operative Führung) hervorhob. (apa)
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