Donnerstag, 21. Oktober 2004

Fliegerbomben-Fund am Linzer Bahnhof: Sprengsatz entschärft, Züge fahren wieder

  • Relikt aus 2. Weltkrieg wurde bei Bauarbeiten entdeckt
  • Internationaler Zugverkehr stundenlang unterbrochen

Eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist Donnerstag Vormittag in Linz entschärft worden. Der Sprengkörper war bei Bauarbeiten für den neuen Hauptbahnhof entdeckt worden. Hunderte Personen mussten in Sicherheit und das Gelände rund um den Bahnhof großräumig abgesperrt werden.

Experten des Entminungsdienstes entschärften das Kriegsrelikt kurz vor Mittag. Wenig später konnte der Zugverkehr wieder aufgenommen werden.

Gegen 8.30 Uhr stieß ein Baggerfahrer in einer Tiefe von rund einem Meter auf das Kriegsrelikt. Der Arbeiter fand den 250 Kilo schweren Sprengkörper in unmittelbarer Nähe eines Gleiskörpers. Etwa 800 ÖBB-Bedienstete mussten evakuiert werden. Der Entminungsdienst legte die Bombe am Vormittag frei und entschärfte den Zünder.

Die Bundesbahnen richteten einen Schienenersatzverkehr auf der Strecke Linz-St. Valentin ein. Der Nahverkehr im Großraum Linz wurde mit zehn Bussen abgedeckt, sagte der Sprecher der ÖBB in Oberösterreich, Mario Brunnmayr, im Gespräch mit der APA. Kurz vor 12.00 Uhr konnten die Experten des Entminungsdienstes Entwarnung geben: Das Kriegsrelikt war erfolgreich entschärft worden. Wenige Minuten danach nahmen die Bundesbahnen den Zugverkehr wieder auf.

Erst am 7. Oktober war bei Bauarbeiten auf dem Gelände des Fernheizkraftwerkes Linz-Mitte eine Fliegerbombe explodiert. Ein Arbeiter hatte mit einer Maschine das Erdreich aufgerüttelt, als der Sprengkörper detonierte. Der Mann wurde schwer verletzt.

Mehr als 10.000 Bomben wurden während des Zweiten Weltkrieges über Linz abgeworfen. Wie viele Blindgänger derzeit noch verborgen sind, kann nur geschätzt werden. Laut Auskunft der Umweltrechtsabteilung des Landes geht man von rund 50 aus, es könnten aber viel mehr sein.
(apa/red)

21.10.2004 13:41