Mittwoch, 20. Oktober 2004

Österreicher wurden braver: Korruption ist im letzten Jahr zurückgegangen!

  • Österreich liegt unter 146 Staaten auf dem 13. Rang
  • Insgesamt 8,4 von 10 möglichen Punkten erreicht

In Österreich ist die Korruption leicht zurückgegangen. Das geht aus dem Korruptionsindex der Organisation Transparency International hervor, der am Mittwoch in London veröffentlicht wurde. Österreich liegt demnach auf dem 13. Rang, zusammen mit Luxemburg, und hat sich damit verglichen mit dem Vorjahr um einen Platz verbessert. Von den Nachbarstaaten liegt Deutschland mit dem 15. Platz knapp hinter Österreich, die Schweiz rangiert auf Platz 7. Insgesamt wurden 146 Staaten erfasst.

Österreich erreichte 8,4 von insgesamt 10 Punkten; die Höchstzahl steht für die Bewertung "äußerst sauber". Absoluter Spitzenreiter ist wie in den Jahren zuvor Finnland mit 9,7 Punkten. Auch die dahinter liegenden Staaten Neuseeland (9,6 Punkte), Dänemark und Island (beide 9,5 Punkte) erreichten im vergangenen Jahr schon Spitzenplätze auf der Liste. Von den europäischen Ländern finden sich außerdem Schweden (Platz 6), die Schweiz (Platz 7) und Norwegen (Platz 8) sowie die Niederlande (Platz 10) unter den ersten Zehn.

Abgesehen von der Schweiz und Deutschland finden sich Österreichs Nachbarstaaten weiter unten auf der Liste: Slowenien liegt mit 6,0 Punkten auf dem 31. Platz; Ungarn und Italien werden mit 4,8 Punkten auf Rang 42 eingeordnet. Tschechien erreicht den 51. Platz - zusammen mit El Salvador und Trinidad und Tobago. Die Slowakei liegt auf Platz 57 (4 Punkte).

Als korrupteste Länder wertete die Organisation - wie im vergangenen Jahr - Nigeria, Haiti und Bangladesch (1,6 und zwei Mal jeweils 1,5 Punkte). Weitere Schlusslichter: Burma, Tschad und Paraguay sowie Aserbaidschan. Insgesamt wurden 106 der 146 Staaten mit unter fünf Punkten bewertet; davon erhielten insgesamt 60 Länder weniger als drei Punkte - was auf "zügellose Korruption" hinweist, wie Transparency International in einer Presseaussendung betonte.

"Korruption raubt Ländern ihr Potenzial", erklärte Peter Eigen, Vorsitzender von Transparency International, laut der Aussendung. Das treffe vor allem auf ölreiche Staaten zu. Wolle man das UNO-Milleniumsziel zur Armutsbekämpfung erreichen - das bedeutet, bis 2015 die Zahl der Menschen zu halbieren, die in extremer Armut leben - müssten Regierungen die Korruption bei öffentlichen Aufträgen bekämpfen. Allein durch Bestechung in diesem Zusammenhang würden jährlich rund 400 Mrd. US-Dollar (320 Mrd. Euro) verloren gehen, schätzt die Organisation.

"Die Zukunft des Irak hängt von der Transparenz im Öl-Sektor ab", sagte Eigen mit Blick auf den Wiederaufbau des Landes nach den Krieg weiter. "Ohne strikte Maßnahmen gegen Korruption wird der Wiederaufbau des Irak zugrunde gerichtet werden durch eine verschwenderische Umleitung der Ressourcen an korrupte Eliten."

Der Korruptionsindex bezieht seine Daten aus Beurteilungen durch Wirtschaftsleute und Länder-Experten. Transparency International wurde 1993 gegründet und widmet sich ausschließlich der Bekämpfung der Korruption. Das internationale Sekretariat befindet sich in Berlin. (apa)

20.10.2004 13:36