"Es ist unsere Pflicht, zu erinnern": Katzav gedenkt der Opfer in Mauthausen
- "Ort der Verfolgung" soll "Symbol des Friedens" werden
- Fischer betont "Symbolgehalt". PLUS: Die Bilder
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Der israelische Präsident Moshe Katzav hat Mittwoch das ehemalige Konzentrationslager Mauthausen (Bezirk Perg) in Oberösterreich besucht. In Begleitung von Bundespräsident Heinz Fischer und weiterer hochrangiger österreichischer Politiker gedachte er der Opfer des Holocausts. Rund 200 Menschen nahmen an der Veranstaltung, die unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen stattfand, teil.
Um 16.45 Uhr landete die Delegation in mehreren Hubschraubern. Knapp vor 17.00 Uhr trafen der israelische Präsident in Begleitung seiner Ehefrau Gila Katzav, Bundespräsident Fischer und Gattin Margit, der israelische Botschafter Avraham Toledo sowie Innenminister Ernst Strasser und Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (beide V) beim Monument des Staates Israel ein. Nach einer Kranzniederlegung durch Katzav und Fischer, israelischen Gebeten und einer Schweigeminute für die Opfer des Holocausts hielten die Politiker Ansprachen.
Als für Gedenkstätten zuständiger Minister nannte Strasser Mauthausen "eines der berüchtigsten Vernichtungslager". Das ehemalige KZ und die heutige Gedenkstätte würden auf schreckliche und traurige Weise ein Bindeglied zwischen der Geschichte Israels und Österreichs bilden. Man wolle den Opfern des Holocausts ein würdiges Andenken bewahren, betonte Strasser. Aus einem "Ort der Verfolgung und Vernichtung" solle ein "Symbol der Freundschaft, des Friedens und der internationalen Solidarität" werden. Der Innenminister sprach den Wunsch aus, dass sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern weiter positiv gestalten.
"Erschütterung und Schrecken"
"Der Name des Lagers Mauthausen weckt immer noch tiefe Erschütterung und Schrecken in uns", sagte der sichtlich ergriffene israelische Präsident. Das menschliche Gehirn könne - auch 60 Jahre danach - nur schwer begreifen, wie dies alles geschehen konnte. "Es ist unsere Pflicht, zu erinnern und die richtigen Konsequenzen aus dem Geschehenen zu ziehen", betonte Katzav. In Mauthausen hätten verschiedenste Gruppen gelitten, aber am allermeisten die Juden. "Das Urteil für die Juden war eines: ein Todesurteil", so der Präsident. Es sei "die Verpflichtung und Verantwortung unserer Generation, dass sich ein derart furchtbares Ereignis nie wiederhole.
Es sei eine zukunftsweisende Entscheidung gewesen, dass ein israelischer Präsident nun erstmals Österreich und somit auch das Mauthausen besuche, betonte Bundespräsident Fischer. Er verwies auf den "unglaublichen Gegensatz" der "friedlichen Landschaft" zum "Schrecken und der Grausamkeit", die sich im ehemaligen Konzentrationslager abgespielt haben. "Es ist die Verpflichtung Österreichs, die Mahnung, die von Mauthausen ausgeht, immer zu verstehen und weiter zu geben", sagte Fischer.
Die Gedenkstätte sei ein Ort der Trauer und der Verzweiflung, der Hoffnung, aber vor allem der Erinnerung. Fischer erinnerte in diesem Zusammenhang an das kommende Jahr, in dem an die Befreiung Österreichs vom Naziregime und die Gründung der Zweiten Republik gedacht wird, die dann jeweils 60 Jahre zurückliegen.
Gedenktafel enthüllt
Anschließend enthüllten die beiden Präsidenten beim Monument des Staates Israel eine Gedenktafel. Katzav blickte betroffen auf den darunter liegenden Steinbruch mit der "Todesstiege". Nach einer kurzen Führung verließ die Delegation kurz nach 18.00 die Gedenkstätte Mauthausen per Hubschrauber. Am Abend traf Katzav mit Vertretern der jüdischen Gemeinde in Wien zusammen.
Das von den Nationalsozialisten eingerichtete Konzentrationslager Mauthausen diente zur Verfolgung und Vernichtung von politischen Gegnern jeden politischen und religiösen Bekenntnisses, von Juden, Roma und Sinti, von der damaligen "Norm" Abweichenden - Homosexuellen, "Asozialen", von Kriegsgefangenen sowie Angehörigen der eroberten und unterdrückten Nationen aus ganz Europa. In Mauthausen und seinen zahlreichen Nebenlagern hielten die Nationalsozialisten rund 200.000 Menschen aus der ganzen Welt unter schlimmsten Bedingungen gefangen, rund die Hälfte von ihnen überlebte diese Vernichtungsmaschinerie nicht.
(apa/red)
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