Erlaubnis erteilt: Ötzi-Finder Simon soll
in Bad Hofgastein begraben werden
- Deutscher war bei Wanderung in den Tod gestürzt
- Unheimlich: Lastet ein Fluch auf den Entdeckern Ötzis?
Ötzi-Entdecker Helmut Simon (67) aus Nürnberg, der am 15. Oktober in Bad Hofgastein (Pongau) am "Geisskarkopf" in den Tod gestürzt war und am Samstag gefunden wurde, wird voraussichtlich in der Pongauer Gemeinde beerdigt. Bürgermeister Benedikt Lang bestätigte am Sonntag gegenüber der APA, dass er auf Grund einer Anfrage von Angehörigen die offizielle Erlaubnis für das Begräbnis erteilt hat.
Seit zehn Jahren reiste Helmut Simon mit seiner Familie jeden Herbst nach Bad Hofgastein und nächtigte im Hotel Bismarck. Seine Frau Erika besuchte regelmäßig den Heilstollen, Helmut Simon bestieg die Berge. Dass er sich im Gasteinertal sehr wohl fühlte, war den Einheimischen bekannt. Ein Ortsansässiger erklärte gegenüber der APA, der Nürnberger habe sich immer gewünscht, in Bad Hofgastein beerdigt zu werden. "Wie es aussieht, wird er hier tatsächlich begraben".
Bürgermeister Benedikt Lang bestätigte, dass es eine Anfrage bei der Gendarmerie bezüglich eines Begräbnisses in Bad Hofgastein gegeben habe. Lang erteilte aus seinem Urlaubsort in der Steiermark telefonisch die offizielle Erlaubnis für die Beerdigung des Deutschen. Seitens der Gemeinde sei dies notwendig, da es sich nicht um einen Einheimischen handle. Bad Hofgastein komme dem Wunsch der Familie gerne entgegen, betonte der Ortschef.
Am Samstag am späten Nachmittag wurde die Leiche des Deutschen von der Staatsanwaltschaft zur Beerdigung freigegeben. Die sterblichen Überreste befinden sich jetzt in der Leichenhalle in Bad Hofgastein.
Simons Liebe zu den Bergen war seit seiner Entdeckung der 5.300 Jahre alten Mumie am Similaun-Gletscher im September 1991 offiziell bekannt. Rund 13 Jahre später kam der Ötzi-Finder nun selbst in den Bergen ums Leben. Allerdings nicht in Südtirol, sondern in den Salzburger Alpen. Nach einer tagelangen Suchaktion gab der Jäger Bartholomäus Kranabetter gestern, Samstag, gegen 10.00 Uhr den entscheidenden Hinweis.
Von seinem Hochstand aus blickte der Hofgasteiner durch seinen Feldstecher und bemerkte einen "roten Punkt". Beim Abstieg vom Geisskarkopf (2.365 Meter Seehöhe) informierte er Hundeführer Karl Buchsteiner aus Dorfgastein, der "Benno" an der Leine führte, sowie den Hofgasteiner Bergretter Josef Präauer. Die beiden stiegen zur Unglücksstelle und fanden Simon, mit einem roten Anorak bekleidet, tot im eiskalten Wasser liegen.
Der Ötzi-Finder dürfte am Freitag der Vorwoche auf einem unmarkierten, 30 bis 45 Grad steilen Jägersteig des Geisskarkopfes - einem Nachbarberg des Gamskarkogels - ausgerutscht und rund 100 Meter in die Tiefe gestürzt sein. Er blieb auf rund 2.100 Meter Seehöhe im Wasserlauf einer Steilrinne liegen. Nach Angaben der Gendarmerie war er offenbar sofort tot.
Die Leiche wurde Samstag gegen Mittag vom Einsatzteam eines Hubschraubers des Innenministeriums mit Hilfe eines Seiles geborgen. Simon wies typische Absturzverletzungen auf. Seit Bekanntwerden seines tragischen Schicksals wurden wilde Spekulationen über die Todesursache publik. In einem Bericht im Teletext des deutschen TV-Senders SAT 1 beispielsweise tauchte die Frage auf, ob auf den Ötzi-Findern ein Fluch der Gletschermumie laste. Denn seit dessen Entdeckung seien mit Simon bereits vier Personen, die am Fundort des Ötzis waren, mittlerweile verstorben, hieß es.
(apa/red)
