S6-Tunnel verbindet NÖ und Steiermark: Semmering-Schnellstraße feierlich eröffnet!
- Schüssel und Gorbach begrüßen Lückenschluss
Mit der Fertigstellung des Tunnelabschnittes zwischen Maria Schutz auf niederösterreichischer und Spital auf steirischer Seite wurde die letzte Lücke auf der Semmering-Schnellstraße geschlossen. Verkehrsteilnehmer ersparen sich nun auf der gesamten S6 etwa 15 Minuten Fahrzeit. Zur feierlichen Eröffnung im Tunnel fanden sich Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Vizekanzler Infrastrukturminister Hubert Gorbach sowie die Landeshauptleute Waltraud Klasnic und Erwin Pröll ein.
Als erste Rednerin sprach Klasnic - unter Beifall des zahlreich erschienenen Publikums - eine direkte "Erwartung, Bitte und Forderung" an die Bundespolitik, und im Besonderen an Pröll gerichtet, aus: "Lasst uns nach der Straße der Zukunft auch die Schienen für die Zukunft bauen." Klasnic führte aus, dass Tunnelbauten Regionen verbinden und das damit das Wirtschaftswachstum fördern würden. Dem Sprichwort "Wer A sagt, muss auch B sagen" folgend bedeute: Wer Ja zur Autobahn sagt, müsse auch Ja zum Bahntunnel sagen.
Pröll sprach in der Folge von der S6 als wichtigen verkehrspolitischen Projekt für die Region selbst als auch für beide Bundesländer. Insbesondere dem früher durch den Verkehr zweigeteilten Ort Semmering würden sich nun neue touristische Möglichkeiten - vom Tagesausflügler zum Dauergast - eröffnen. Der Bau der S6 sei ein Projekt, dass NÖ und die Steiermark verbinde. "Ein anderes Projekt verbindet uns nicht, soll uns aber auch nicht trennen", so Pröll. Hinsichtlich des Bahntunnels seien die Argumente pro und contra ausgetauscht und von den Zentralstellen der EU bewertet worden (keine Ten-Strecke, Anm.). Es gelte, Europa zusammenzuführen, wobei jeder Euro in den Ausbau der Infrastruktur so effizient wie möglich einzusetzen sei.
Gorbach erinnerte an die lange Vorgeschichte der Errichtung der Semmering-Schnellstraße seit der Planung in der achtziger Jahren. Sokrates zufolge brauchen große Projekte ihre Zeit. Er, so Gorbach, würde sich freuen, wenn dem nun erfolgten, bedeutenden Lückenschluss ein weiterer Schulterschluss folge. Es gelte aber bei jedem Projekt, auch auf die Argumente der Gegner einzugehen.
Schüssel bezeichnete in seiner folgenden Festansprache die Scheitelstrecke als Brücke zwischen den Regionen - und von verkehrspolitischer Dimension als Verbindung zwischen A2 und A9 (Süd- und Pyhrn-Autobahn). Die Politik könne nicht alles bewirken, aber für die Wirtschaft die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. So bedeute auch das heute beschlossene Doppelbudget mit der größten Steuerentlastung eine Stärkung für den Standort Österreich. (apa)
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