Der Zeitbomber

Andere heben ab, um zu fliegen. Doch er ging bereits vor dem Take-off in die Luft und stürzte ab: Du alte Dreckschlampe, beschimpfte er eine arglose deutsche Stewardess, die ihm in Ermangelung seines Ausweises die Bordkarte verweigerte. Ehrenbeleidigungsanzeige!
Andere geben Gas, um vor Sonnenuntergang ans Ziel zu kommen. Doch er wollte im Morgengrauen raus aus dem Halteverbot mit 1,8 Promille im Blut. Führerscheinabnahme!
In der ersten Halbzeit seiner Karriere wurde das steirische Stürmertalent Roman Wallner, von Teamchef Hans Krankl in väterlicher Nachsicht Strizzi getauft, noch als künftiger Bomber der Nation gehandelt. Doch in der zweiten Halbzeit scheint sich der von Rapid zum deutschen Bundesliga-Mittelständler Hannover 96 abgewanderte Jungstar mit seinen 1,75 Metern Körpergröße zur Zeitbombe auszuwachsen.
Exzess im Strafraum. In der Meisterschaft kommt Roman Wallner nur noch sporadisch zu Kurzeinsätzen weil seine Sturmläufe in den Strafraum des Nachtlebens längst System haben: Bereits bei Rapid tappte der Torjäger einmal in die Alkofalle als er mit 0,8 Promille im Blut zum Vormittagstraining rauschen wollte, kassierte die Polizei erstmals seinen Deckel. Beim zweiten Mal, vor zwei Wochen in Hannover, verfolgten ihn die Beamten sogar bis in seine Wohnung im Vorzimmer musste er ins Röhrchen blasen. Ein paar Bier, ein paar Tequila, ich war nicht völlig weggetreten.
Verschwörung der Neider. Alkoholproblem habe er keines, beteuert Wallner, zumal er nicht mehr als ein ganz normaler 22-Jähriger trinke. Doch genau das ist er nicht und genau das ist für ihn ein Problem. Manchmal wäre es schön, ein stinknormaler Bürger zu sein.
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