Mittwoch, 13. Oktober 2004

NEWS enthüllt: KHM-Direktor Wilfried Seipel in umstrittenen Deal verwickelt

  • Seipel kaufte defizitäre Firma, deren Chef er war
  • War gleichzeitig Boss des Unternehmens und KHM-Chef

Das Nachrichtenmagazin NEWS berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über aufklärungswürdige Transaktionen des Direktors des Kunsthistorischen Museums, Wilfried Seipel. Konkret geht es um die "Museums Collection Design- und VertriebsgmbH", einem im November 1991 als Privatfirma gegründetem Unternehmen, bei dem Seipel von Beginn an als Geschäftsführer tätig war. Ursprünglicher Eigentümer der "Museums Collection" war die "Kulturmanagement GmbH", die zuletzt im Eigentum von Seipels Vertrautem Walther Hofmann stand.

Im österreichischen Firmenbuch aufliegende Jahresabschlüsse zeichnen ein desaströses Bild von der Geschäftsentwicklung der "Museums Collection" in den späten 90er Jahren. 1997 betrug der Bilanzverlust 4,8 Millionen Schilling, 1998 schon 6,5 Millionen, 1999 gar 8,9 Millionen und 2000 ebenfalls 8.9 Millionen Schilling.

Doch am 29. Dezember 1999 schloss Seipel einen komplizierten Deal, zwischen dem KHM, dessen Chef er ist, der "Museums Collection", dessen Geschäftsführer er auch damals war, der "Kulturmanagement GmbH" und Walther Hofmann ab. Als Ergebnis wurde die finanzschwache "Museums Collection" zur Gänze vom KHM geschluckt, was laut Rechnungshof mit Aufwänden von 530.511,69 Euro verbunden war. Noch am selben Tag wurde das Grundkapital der "Museums Collection" durch das KHM auf 460.000 Euro aufgestockt. Ex-Miteigentümer und Co-Geschäftsführer Hofmann wurde generös bedient. Obwohl laut Rechnungshof ausdrücklich vereinbart war, dass keine Ansprüche bestehen, wurde eine Abfindung von 276.156,77 Euro ausbezahlt. Zudem habe der Kauf von Vermögenswerten der "Museums Collection" laut Rechnungshof "die Wirkung eines Sanierungszuschusses".

Somit hat Seipel als KHM-Chef mit öffentlichem Geld eine Anfangs private Firma gekauft, die defizitär arbeitete und deren Geschäftsführer er selbst war. Der Grüne Kultursprecher Wolfgang Zinggl wird deshalb noch am Donnerstag einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss beantragen. Seipel selbst wollte zur Rechnungshofkritik an seiner Gebarung keine Stellung nehmen: "Ein Rohbericht ist ein Rohbericht und nicht zur Veröffentlichung bestimmt."

Die ganze Story lesen Sie in der aktuellen NEWS-Ausgabe

13.10.2004 12:21