Lohnrunde noch nicht abgeschlossen: Metaller starten heute vierten Versuch
- Emotion und Anspannung prägen Verhandlungsklima
- "Eine der schwiergsten Tarifrunden der letzten 10 Jahre"
Bei den Kollektivvertragsverhandlungen für 119.000 Metallarbeiter und 73.900 Industrieangestellte starten die Sozialpartner heute den vierten Versuch. Das Verhandlungsklima ist emotional und angespannt, hieß es am Dienstag von Beobachtern. Angestellten-Verhandler Karl Proyer bezeichnete die laufende Tarifrunde gegenüber der APA als eine "der schwierigsten der letzten 10 Jahre". Eine Prognose, ob es zu einem Abschluss kommen werde, wollte Proyer nicht abgeben.
Die Zeit drängt, denn der neue Kollektivvertrag sollte schon am 1. November in Kraft getreten sein. Außerdem wollen die Metaller am 4. November mit den KV-Verhandlungen für das Metallgewerbe beginnen. Beobachter glauben jedoch, dass die Gewerkschaft bei den KV-Verhandlungen das Ultimatum des BA-CA-Betriebsrates am 4. November abwarten wolle.
Nach einem 16-stündigen Verhandlungsmarathon in der Nacht auf Samstag ist Arbeitgebern und Arbeitnehmern keine Einigung gelungen. Knackpunkt bleibt nach wie vor das geplante einheitliche Lohnschema für Arbeiter und Angestellte, bei dem es nach dem Vorbild der Elektroindustrie künftig auch für Arbeiter automatische Vorrückungen geben soll. Während man sich auf 5 Vorrückungen für alle festgelegt haben dürfte, herrscht Uneinigung über die Höhe der einzelnen Schritte.
Abgelehnt werden von der Gewerkschaft die Flexibilisierungswünsche der Unternehmer als Ausgleich für die Kosten, die durch die Biennalsprünge der Arbeiter entstehen. Die Arbeitgeber haben, wie berichtet, die Ausdehnung der täglichen Normalarbeitszeit auf 10 Stunden, der wöchentlichen Normalarbeitszeit auf bis zu 48 Stunden bzw. im Schichtbetrieb auf 56 Stunden gefordert. Darüber hinaus soll die 10. Stunde bei Gleitzeit zuschlagsfrei sein. Diese Forderungen lehne die Gewerkschaft in der Substanz ab, so Proyer.
Noch nicht wirklich begonnen hat bis jetzt das eigentliche Feilschen um Prozente. Auf Grund der hohen Inflationsrate ist dabei mit schwierigen Verhandlungen zu rechnen. Die Gewerkschaft verlangt traditionell eine Abgeltung der Inflation und einen Anteil an der Produktivität. (apa/red)
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