Freitag, 15. Oktober 2004

13 Millionen potentielle Kunden: Wintertourismus hofft auf mehr Skiurlauber

  • Österreich Werbung will "Schneemuffel-Potenzial" nutzen

Die österreichische Tourismuswirtschaft hofft auf neue Winterurlauber. Während der österreichische Markt fast ausgeschöpft ist, orten Marktforscher vor allem in Deutschland und Niederlande noch großes Potenzial. Bisher urlauben hierzulande 13 Mio. Skifahrer aus diesen Märkten - 2,5 Mio. aus Österreich, 8,5 Mio. aus Deutschland und 2 Mio. aus den Niederlanden. Ebenso viele könnten dazu kommen.

Laut Marktforscher Manova zählen 22 Prozent der Österreicher, 56 Prozent der Deutschen und 73 Prozent der Niederländer zwischen 14 und 70 Jahren zu den "Wintersport-Verweigerern". 3 Prozent der österreichischen Gäste bzw. 165.000 Gäste, 14 Prozent der deutschen Gäste bzw. 7,8 Mio. und 18 Prozent der niederländischen Verweigerer bzw. 2,7 Mio. haben jedoch grundsätzliches Interesse am Wintersport, was insgesamt ein Potenzial von 10,5 Millionen Gästen ergibt. Dazu kommen noch weitere 2,25 Mio. Aufhörer, die wieder mit dem Skifahren beginnen wollen, was insgesamt ein Potenzial von knapp 13 Mio. Skiurlaubern ergibt.

Dieses Potenzial an "Schneemuffeln" wolle die Österreich Werbung (ÖW) künftig erschließen, kündigte ÖW-Chef Arthur Oberascher bei einer Pressekonferenz an. Die vergangene Wintersaison 2003/04 hat dem österreichischen Tourismus mit 58,1 Mio. Nächtigungen, 13,2 Mio. Ankünften und 9,4 Mrd. Euro an Einnahmen ein Rekordergebnis gebracht. "Wir müssen daher glücklich sein, wenn wir das Vorjahresergebnis erreichen", meinte Oberascher dazu. Die "bemerkenswerte" Zahl der Vorausbuchungen würden jedoch "zuversichtlich" stimmen. Der durchschnittliche Wintergast gibt im Schnitt mehr als 100 Euro pro Tag aus.

Die Wintersaison ist der "Turbo für die Tourismusbilanz", die Wertschöpfungskette reicht - inklusive Skiindustrie und Sportartikelhandel - "weit über das touristische Kerngeschäft hinaus", stellte Oberascher fest.
(apa)

15.10.2004 13:04