Allein wegen Treibstoffkosten: Europas Fluglinien machen heuer 1 Mrd. Verlust!
- Bereits fünftes defizitäres Jahr in Folge
- Langsame Annäherung an Billigfluglinien
·13 Prozent mehr Passagiere bei AUA
Bis Oktober wurden über 8 Mio. Fluggäste befördert
·Fluglinien erhöhen Kerosinzuschläge
Austrian Airlines verlangen jetzt fast das Doppelte
·AUA verzichtet auf Angebot für Malev
Priorität hat Ausbau des eigenen Streckennetzes
·Billigflieger V Bird muss zusperren
Für 3.000 Fluggäste herrscht Ungewissheit
·17,5% Passagierplus
für Flughafen Wien
In ersten 9 Monaten 2004 11,25 Millionen Fluggäste
Die 31 Mitglieder in der Vereinigung Europäischer Fluglinien (AEA) werden auch heuer zum fünften Mal in Folge, Verluste einfahren, sagte AEA- und AUA-Chef Vagn Sörensen. Alleine der Anstieg der Treibstoffkosten belaste die Carrier mit 1 Mrd. Euro. Nachdem ohne Ölpreisanstieg ein ausgeglichenes Jahr erhofft worden war, schätze er den Jahresverlust der Mitgliedsgesellschaften auf 1 Mrd. Euro.
Sörensen machte ausschließlich externe Kosten für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich. Abgesehen von Treibstoffpreisen seien dies Sicherheitskosten - 1,6 Mrd. Dollar zusätzlich für die europäischen Fluglinien nach den Anschlägen im September 2001, hohe Flughafengebühren, umständliche Luftkontrollen sowie auch die Konkurrenz der Billigflieger. In den letzten fünf Jahren haben die AEA-Mitglieder 6,4 Mrd. Dollar an Verlusten angehäuft, beklagte Sörensen. Die Mitgliedsunternehmen hätten seit September 2001 35.000 Stellen abgebaut, stark auf elektronische Buchung umgestellt und auch sonst die internen Kosten gesenkt. Alle diese Maßnahmen seien aber durch externe Kostenanstiege mehr als wettgemacht worden.
Sörensen geht davon aus, dass sich das Modell der Billigflieger, einzelne Städte direkt zu verbinden, langsam dem Netzwerkmodell der alten Anbieter annähern werde. Vielleicht werde es in wenigen Jahren kaum mehr einen Unterschied geben, meint Sörensen, der einen Anstieg des Marktanteils der Billigflieger von derzeit 17 Prozent auf "vielleicht 25 Prozent" für möglich hält. Die AEA hat am Donnerstag "einen Aktionsplan" für eine effizientere Regulierung des Luftfahrtsektors in Europa vorgestellt. Sie erhoffen sich eine Gleichstellung mit anderen Infrastrukturprojekten wie in den Transeuropäischen Netzen. Auch sollen Flughäfen besser reguliert werden, um ihre regionalen Monopole nicht mehr so auszunutzen. Weitere Themen sind Sicherheit und Umwelt. (apa)
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