Rewe-Chef Schalle: "Sonntagsöffnung wäre schon ein großer Schritt"
- Billa, Merkur & Co wollen von 7 bis 20 Uhr offen haben
- Druck auf Lieferanten ausgeübt? "Kein einziger Fall"
"Der Sonntag ist derzeit bei uns noch kein Thema. Aber sollte es einmal in diese Richtung gehen, wäre das schon ein großer Schritt," so der Rewe Austria-Chef Veit Schalle in einem Interview in der aktuellen Ausgabe der LK-Handelszeitung. In Grenzregionen sei es zu spüren - wenn am Sonntag auf einem Kundenparkplatz in Ungarn 50 österreichische Autos stehen.
Die Öffnungszeiten-Debatte sei ein zentrales Thema, mit dem vor allem die Politik gefordert sei, so der Chef des größten heimischen Handelskonzerns (Billa, Merkur, Bipa, Mondo/Penny). Rewe Austria wünsche sich Öffnungszeiten von 7.00 Uhr früh bis 20.00 Uhr. Dies bedeute eine Ausweitung von derzeit 66 auf mindestens 72 bzw. 78 Wochenstunden.
Zu den Ermittlungen der Bundeswettbewerbsbehörde, ob Lieferanten von den großen Handelsketten in Österreich systematisch unter Druck gesetzt werden, meinte Schalle, hier werden Anschuldigungen in die Welt gesetzt, ohne einen konkreten Fall anzusprechen. Fakt sei, dass dem Rewe-Konzern bis jetzt kein einziger Fall von der BWB vorgelegt wurde.
Der Wettbewerb im Handel werde sich in nächster Zeit sicherlich noch verstärken. 2004 sei erst der Anfang gewesen, für 2005 sei ein verschärfter Preiskampf zu erwarten. Unbeantwortet blieb die Frage, ob der Kundenservice mit der derzeitigen Beschäftigungssituation - viele geringfügig Beschäftigte und hohe Personalfluktuation - überhaupt gewährleistet werden könne. Schalle wies lediglich darauf hin, dass die Fluktuation im Rewe-Konzern 29 Prozent betrage und damit unter dem Branchenschnitt liege.
(apa)
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