Lohnverzicht sichert Einigung bei KarstadtQuelle! Abbau von 5 % der Jobs
- Lohnerhöhungen werden für drei Jahre gestundet
- Kapitalerhöhung in der Höhe von 500 Mio. beschlossen
·KarstadtQuelle-Krise - Chronologie
Zahlreiche Personal-rochaden seit 2003
·Quelle Österreich nicht betroffen
Vorstand: Turbulenzen nur bei Quelle Deutschland
·Kritik an Staatshilfe für KarstadtQuelle
Handwerkspräsident nennt
Unterstützung "skandalös"
·Sanierungskurs bei KarstadtQuelle hart
Dritter Chef in vier Jahren muss Ruder herumreißen
Mit dem Beschäftigungspakt für die 100.000 Mitarbeiter hat KarstadtQuelle nach Einschätzung der Konzernführung gute Voraussetzungen für eine Umsetzung des Sanierungsplans geschaffen. Der Aufsichtsrat der KarstadtQuelle AG stellte unmittelbar nach der Einigung mit der Arbeitnehmerseite am Donnerstag die Weichen für die Kapitalerhöhung in Höhe von 500 Millionen Euro, die am 22. November von einer außerordentlichen Hauptversammlung beschlossen werden soll. Auch die dringend benötigte Verlängerung von Kreditlinien im Volumen von insgesamt 1,75 Milliarden Euro dürfte gesichert sein.
Karstadt-Sprecher Jörg Howe sagte dem Nachrichtensender n-tv: "Wenn die Kapitalerhöhung durch ist, greifen die Kredite der Banken. Da sind wir in sehr, sehr, sehr positiven Gesprächen. Es gibt noch Gespräche mit einer Bank, aber ansonsten sind wir klar."
Empfindliche Lohneinbußen
Die Beschäftigten müssen sich in den nächsten drei Jahren mit empfindlichen Lohneinbußen abfinden, und im Konzern werden 5500 Stellen gestrichen. Die Gefahr betriebsbedingter Kündigungen ist aber weitgehend gebannt. Das Einsparvolumen liegt bei 760 Millionen Euro.
Nach Einschätzung von Konzernchef Christoph Achenbach ist mit dem Beschäftigungspakt "ein Sieben-Meilen-Schritt im Sanierungsprogramm geschafft" worden. Für die Umsetzung des vor knapp drei Wochen präsentierten Sanierungsprogramms stünden "die Ampeln jetzt auf Grün".
93 Millionen neue Aktien
Bei der Kapitalerhöhung sollen gut 93 Millionen Aktien ausgegeben werden. Für acht alte können sieben neue Aktien bezogen werden. Bisher haben nach Angaben von KarstadtQuelle nur die Großaktionäre Allianz/Dresdner (10,5 Prozent) sowie die Schickedanz-Gruppe (rund 41,5 Prozent) zugesagt, die Kapitalerhöhung mitzumachen. Nach Informationen aus Bankenkreisen soll die Kapitalerhöhung im Notfall aber auch dann in trockenen Tüchern sein, wenn sich die anderen Aktionäre nicht beteiligen. Voraussetzung ist allerdings, dass die erwartete Kreditzusage über 1,75 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von drei Jahren tatsächlich zustande kommt.
Der erstrebte Emissionserlös von mindestens 500 Millionen Euro kommt dann zustande, wenn der endgültige Bezugspreis mindestens bei 5,38 Euro je Aktie liegt. Am Donnerstag notierte die KarstadtQuelle- Aktie zum Handelsschluss nach einer Berg- und Talfahrt bei 11,68 Euro.
(apa)
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