Mittwoch, 13. Oktober 2004

Transit-Problematik nimmt weiter zu: Zahl der LKW am Brenner um 221.000 gestiegen

  • Bis September Zunahme um 20 % gegenüber 2003
  • Hauptgrund dafür ist Auslaufen des Transitvertrages

Die Zahl der schweren Lkw am Brenner ist in den ersten neun Monaten des heurigen Jahres um ein Fünftel gestiegen. Wie aus neuen Daten der Autobahngesellschaft Asfinag hervorgeht, haben von Jänner bis September 1,314 Millionen Schwerfahrzeuge den Brenner-Pass überquert, um 221.000 Fahrzeuge mehr als im Vergleichszeitraum 2003. Kleinere Lkw miteingerechnet waren es am Brenner heuer bereits 1,54 Mio. Brummer - ein Plus von 13,5 Prozent.

Als Grund dafür gilt vor allem das Auslaufen des Transitvertrags zu Jahresende 2003 und der Wegfall der früheren Kontingente für die neue EU-Staaten. Verhandlungen zwischen Österreich und der EU über Ersatzbeschränkungen waren Ende des Vorjahres gescheitert. Nun soll nach dem Willen Brüssels auch die bestehende Sondermaut am Brenner gesenkt werden. Ein entsprechendes Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) gibt es bereits, ein Durchsetzungsverfahren der EU-Kommission läuft.

Gorbach will Mautsenkung verhindern
Verkehrsminister Hubert Gorbach (F) hatte bereits im März von einer "alarmierenden" Entwicklung gesprochen. Er will nun zumindest eine Mautsenkung verhindern. Im Verfahren setzt Österreich auf den neuen EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot, der am 1. November sein Amt antreten wird. Der hatte allerdings bereits in seiner Anhörung im EU-Parlament - ohne den Brenner beim Namen zu nennen - darauf hingewiesen, dass es wenig Verständnis für hohe Mauten auf sehr kurzen Strecken gebe.

Im Visier der EU-Behörden sind auch die anderen heimischen Sondermauten Bosruck, Gleinalm, Tauern, Karawankentunnel und Arlberg. Wie am Brenner hat allerdings auch auf den meisten dieser Strecken - trotz der hohen Mauten - der Lkw-Verkehr heuer weiter kräftig zugenommen: beim Bosrucktunnel (Phyrnautobahn) um 13 Prozent, beim Karawankentunnel um 20 Prozent und beim Gleinalmtunnel - seit der neuen Bemautung einer Ausweichstrecke - gar um 70 Prozent.

Weniger LKW auf Tauernautobahn und am Arlberg
Auf der Tauernautobahn hingegen ist die Zahl der Lkw nach erfolgtem Lückenschluss der parallel laufenden Phyrnautobahn um 5 Prozent gesunken, am Arlberg gab es einen Rückgang um 8,3 Prozent. In Summe hat sich aber der Lkw-Verkehr auf den heimischen Sondermautstrecken von Jänner bis September um 14 Prozent erhöht.
(apa)

13.10.2004 09:38