Chrysler macht Schluss: Konzern stoppt mit 2009 Cherokee-Produktion in Graz!
- Auch Produktion des Minivan Voyager könnte auslaufen
- Aufregung um missverständliche Zetsche-Aussagen
Der Chrysler-Geländewagen Jeep Grand Cherokee, dessen neue Generation ab nächstem Jahr von den Bändern bei Magna Steyr in Graz läuft, wird ab dem Jahr 2009 nicht mehr in Europa, sondern in Nordamerika produziert werden. Der Voyager, bei dem ein Modellwechsel 2006 ansteht, könnte aus Währungsgründen bereits früher aus dem ehemaligen Eurostar-Werk in Graz Thondorf abgezogen werden, geht aus einem Interview mit Chrysler-Chef Dieter Zetsche in der aktuellen Ausgabe der US-Branchenbibel "Automotive News" hervor.
Das von der Nachrichtenagentur Reuters auszugsweise übernommene Interview schlug am Montag in Graz-Thondorf und in der Magna Steyr-Zentrale in Oberwaltersdorf hohe Wellen - legte der von Reuters zitierte Wortlaut der Zetsche-Aussage doch nahe, dass bereits die künftige Generation des Jeep Grand Cherokee aus Graz abgezogen werden soll. Diese wird gemäß früheren Angaben ab 2005 in Graz gebaut. Die Vertragsunterzeichnung darüber erfolgte im September 2002, im Vorfeld der Entscheidung über die Anschaffung der Eurofighter durch die Republik Österreich. Der damalige Chrysler-Produktionschef Bill Wolf hatte bei der feierlichen Unterzeichnung des Auftrags in Graz erklärt, es werde innerhalb des Modellzyklus jedenfalls keinen Abzug aus Graz geben.
Nach damaligen Angaben arbeiten im Grazer Werk rund 2.300 Menschen für den Jeep Grand Cherokee. Der Geländewagen soll ab 2009 jedenfalls in Nordamerika produziert werden. "Eine Entscheidung über den nächsten Voyager ist noch nicht gefallen, aber mit dem aktuellen Austauschverhältnis zwischen Dollar und Euro könnte es Sinn machen, die Produktion in Nordamerika zu konzentrieren", sagt Zetsche im Interview mit den "Automotive News". Der Minivan aus Graz läuft noch bis Ende 2006, Verhandlungen über eine Verlängerung dürften demnächst beginnen oder bereits unterwegs sein.
Die 70.000 Chrysler-Fahrzeuge haben im vergangenen Jahr noch deutlich mehr als die Hälfte der in Graz produzierten Autos ausgemacht, nämlich 39.835 (Chrysler Voyager) und 29.698 (Jeep) von insgesamt 118.807 hergestellten Autos. Durch den neuen BMW X3, dessen Produktion erst heuer voll angelaufen ist, wird der Anteil der für Chrysler produzierten Fahrzeuge heuer erwartungsgemäß auf deutlich unter 50 Prozent fallen. Magna Steyr will 2004 um 200.000 Autos produzieren.
Nach Aussagen von BMW könnte freilich ein weiteres Produkt der Münchener Autoschmiede außer Haus gegeben werden und letztlich beim Auftragsproduzenten Magna Steyr in Graz landen. Auch ein dritter deutscher Autoproduzent sowie General Motors (GM) werden in der Branche immer wieder als mögliche künftige Auftraggeber auch für die Magna Steyr-Fahrzeugfertigung genannt. (apa)
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