Montag, 11. Oktober 2004

AUA verzichtet auf ein Angebot: Kein Interesse an ungarischer Malev-Linie

  • "Ausbau des eigenen Streckennetzes hat Priorität"
  • Angebotsfrist endet am 20. Oktober

Die Austrian Airlines AG (AUA) wird sich nicht an der Privatisierung der ungarischen Fluggesellschaft Malev nicht beteiligen. Nach genauer Prüfung der von den ungarischen Behörden festgelegten Bedingungen für die Privatisierung der staatlichen Airline sei man zum Schluss gekommen, sich am Privatisierungsprozess nicht zu beteiligen, teilte die AUA mit. Noch kurz zuvor hatten die Österreicher ihr grundsätzliches Interesse an der ungarischen Fluglinie bestätigt.

Für die AUA habe der weitere Ausbau des eigenen Streckennetzes und die Vertiefung bestehender Kooperationen "Priorität vor Beteiligungsprojekten dieser Größenordnung", hieß es in der Aussendung. Laut einem Bericht der Tageszeitung "Magyar Hirlap" gibt es für die Malev bisher vier Interessenten, darunter die Euroinvest AG, die zum Interessenkreis des ungarischen Großinvestors Sandor Demjan gehört, sowie ein Konsortium aus Malev-Managern und Finanzinvestoren. Die Angebotsfrist endet am 20. Oktober.

99,95 Prozent des Malev-Aktienpakets waren im vergangenen September von der ungarischen Privatisierungs-AG zum Verkauf ausgeschrieben worden. Nun soll das Aktienpaket mit einem Nominalwert von 3,5 Mrd. Forint (14,2 Mio. Euro) bei einem Ein-Runden-Tender verkauft werden. Mindestens 90 Prozent des Kaufpreises müssen in bar bezahlt werden. Der Bewerber muss sich außerdem zu einer Kapitalerhöhung verpflichten.

(apa/red)

11.10.2004 08:40