Krankl nach der Schlacht von Belfast: "Eine kleine Chance gibt es noch"
- Die Kritik am australischen Referee hält weiter an
- Gewinnt ÖFB-Team in Cardiff nicht, wird aussortiert
·Krankl-Elf spielt vs. Nordirland nur 3:3
Chancen auf WM-Teil-nahme weiter gesunken
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Ausgleich in Nachspielzeit vereitelt Österreichs Sieg
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Krankl: "Das dritte Tor der Nordiren war irregulär"
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Die Nachspielzeit heißt im britischen Fachjargon nicht zu Unrecht "injury time": Die verhängnisvolle 94. Minute kostete Österreichs Fußball-Nationalmannschaft am Mittwochabend in Belfast den Sieg, und durch den Ausgleichstreffer der Nordiren zum 3:3 wurden die rotweißroten Chancen in der WM-Qualifikation auf ein Minimum reduziert. "Eine kleine Chance für die Qualifikation gibt es noch, aber dann müssen wir in Wales und Polen gewinnen", gab Teamchef Hans Krankl zu.
Die emotionsgeladene und dramatische Partie im ausverkauften Windsor Park hatte beim Gefühlsmenschen Krankl Spuren hinterlassen. "The Battle of Belfast" lief auch am Tag danach wie ein Spielfilm in seinem Kopf ab: "Ich bin sehr enttäuscht über dieses Unentschieden und wie es zu Stande gekommen ist. In der 94. Minute darf man kein Tor mehr bekommen, aber ein Sieg für Österreich wurde durch verschiedene Gründe vereitelt. Der liebe Gott und der Schiedsrichter - in diesem Fall war der liebe Gott der Schiedsrichter - haben es mit uns nicht gut gemeint."
Kühbauer: "Bin froh, dass ich keinen Stirnhöhlenbruch habe"
Der australischen Referee Mark Shield stand nach Spielende im Kreuzfeuer der Kritik. "Das nächste Mal brauchen wir Boxhandschuhe. Das war Rugby und nicht Fußball. Ich bin froh, dass ich keinen Jochbein- oder Stirnhöhlenbruch habe", war Didi Kühbauer fassungslos über die Regelauslegung des Mannes aus Ozeanien. Das ÖFB-Team bezahlte die vom Unparteiischen tolerierte Gangart der Nordiren mit einer schweren Schulterverletzung von Alexander Manninger (dürfte ein halbes Jahr ausfallen), einem Mittelhandknochenbruch von Markus Schopp (vier Wochen Gips) und einer Ellbogenprellung des ohnehin schon an der Schulter lädierten Emanuel Pogatetz.
Krankl: "Kann nicht sein, dass ein Australier in Europa WM-Quali pfeift"
Kapitän Schopp, der trotz großer Schmerzen bis kurz vor Schluss durchhielt, war "das erste Mal wirklich ratlos. Der Schiri hat eine Tätlichkeit von Murdock ganz genau gesehen und trotz des Tritts nichts gemacht." Zudem hatte Ivica Vastic in der ersten Hälfte bei einem Horror-Foul von Doherty noch Riesenglück, der Schiedsrichter zückte aber nur Gelb und gab damit den Hausherren quasi freies Geleit. "Es kann nicht sein, dass ein Australier in Europa WM-Qualifikation pfeift. Was ich sage, ist für die FIFA nicht wichtig, aber so etwas geht nicht", hatte sich Hans Krankl über den Referee erzürnt.
Nordirischen Tore zwei und drei nicht regulär?
Am Tag danach blieb Johann K. bei seiner Einschätzung: "Beim zweiten Tor gab es einen Bodycheck gegen Markus Schopp, so etwas muss man sehen. Das dritte Gegentor ist gefallen, weil Ferdinand Feldhofer vom Schiedsrichter nicht wieder auf das Spielfeld gelassen wurde. Aber es ist ein Unterschied, ob man am Kopf blutet oder am Knie. Vorher hat er alles durchgehen lassen und dann das. Dadurch hat die Zuordnung nicht gestimmt."
"Sechs Gegentore in zwei Spielen sind zu viel"
"Es ist bewundernswert, was wir alles weggesteckt haben. Wir müssen uns nur vorwerfen, dass wir am Ende bei den Konterchancen nicht das vierte Tor gemacht haben. Aber ich glaube an diese Mannschaft. Unsere zweite Garnitur und das ist nicht negativ, sondern positiv gemeint, hat sich sehr gut geschlagen. Sechs Gegentore in zwei Spielen sind jedoch zu viel, aber der Ausfall von Martin Stranzl kurz vor dem Spiel hat uns sehr wehgetan."
Torhüter: Einer aus fünf
Eine Torhüterdiskussion blieb aus, da wusste der Teamchef noch gar nichts von der langen Manninger-Verletzungspause: "Die Generationen mit Koncilia und Feurer oder Konsel und Wohlfahrt sind vorbei. Wir haben mit Manninger, Schranz, Macho, Payer und Mandl fünf Kandidaten, von diesen fünf werde ich den Besten nehmen."
Bei Niederlage in Cardiff wird Krankl die Planung ändern
Im März 2005 in Cardiff entscheidet sich für Hans Krankl und das ÖFB-Team die weitere Zukunft: "Die Stärke der Polen muss man akzeptieren, aber nächstes Jahr kann es anders ausschauen. Wenn wir in Cardiff gewinnen, dann kommen wir noch mal ran - sonst ist es vorbei. Dann wird es aber schwierig, weil der Weg bis 2008 dann kompliziert wird. Wenn wir vorzeitig keine Qualifikations-Chance mehr haben, dann ist das bitter. Ich muss dann schauen, wer für die EM noch ein Thema ist und meine Planung ändern." (apa)
