Sonntag, 17. Oktober 2004

Austria und Rapid schossen sich für Derby ein: Klare 2:0-Siege vs Mattersburg & Tirol

  • Burgenländer mit 18. Auswärtsniederlage in Folge
  • Bregenz holt vs Admira in der 93. Minute noch 1 Punkt

Die Wiener Fußball-Klubs Austria und Rapid haben am Samstag gelungene Generalproben für das bereits ausverkaufte Derby am kommenden Sonntag im Hanappi-Stadion abgeliefert. Die "Veilchen" feierten in der 12. Bundesliga-Runde einen ungefährdeten 2:0-Heimsieg über Mattersburg und verteidigten damit die Tabellenführung, die punktgleichen Hütteldorfer setzten sich ebenfalls ohne Probleme beim Aufsteiger Wacker Tirol mit dem gleichen Resultat durch. Zumindest vorläufig stieß Superfund Pasching dank des 2:1 in Graz gegen Sturm auf Rang drei vor, Schlusslicht Bregenz erreichte daheim gegen die Admira nur ein 1:1.

Der Erfolgslauf der Austria kam auch nach der zweiwöchigen Länderspielpause nicht ins Stocken. "Aber da hatte ich sowieso keine Bedenken. Das Einzige, was mir vorher ein bisschen im Magen gelegen ist, war die Frage, ob wir für diese Partie die richtige Einstellung finden", sagte Sportmanager Günter Kronsteiner, dessen Elf die vergangenen zehn Pflichtspiele bei einem Torverhältnis von 31:1 allesamt gewonnen hat und in der Meisterschaft bereits seit 697 Minuten ohne Gegentor ist.

In der ersten Hälfte passte die Einstellung der Violetten, nach der Pause aber schaltete der Vizemeister mindestens einen Gang zurück. "Ich musste Vastic in der Pause wegen einer Rippenverletzung austauschen, außerdem haben unsere Innenverteidiger Papac und Afolabi wegen Knöchelverletzungen um ihren Austausch gebeten. Daher mussten wir nach dem Seitenwechsel die Abwehr etwas entlasten, damit konnten wir aber nicht so richtig umgehen", erklärte Kronsteiner den Rückfall seiner Schützlinge.

Kronsteiner immer von Sieg überzeugt
Die Mattersburger waren aber nicht in der Lage, aus der Situation in den zweiten 45 Minuten Kapital zu schlagen. "Ich hatte nie das Gefühl, dass wir die Partie noch aus der Hand geben könnten. Und am Schluss habe ich bei beiden Mannschaften den letzten Biss vermisst, es war fast wie ein Waffenstillstand", meinte der Steirer.

Kronsteiner war bemüht, den Anteil von "Spartentrainer" Lars Söndergaard an der Siegesserie hervorzuheben. "Er ist es, der sich alles auf seine Fahnen heften kann. Schließlich leitet er auch das Training. Ich ziehe mich langsam immer mehr zurück", sagte der Sportmanager und bekräftigte in diesem Zusammenhang noch einmal seine Absicht, wieder ausschließlich als Sportdirektor arbeiten zu wollen. "So schnell wie ich auf diesen Sessel zurückspringen würde, hätten Sie noch nie einen springen sehen", sagte Kronsteiner, ergänzte aber, dass sich in nächster Zeit an der derzeitigen Trainer-Konstellation nichts ändern werde.

18. Auwärtsniederlage für Mattersburg
Sorgen ganz anderer Art plagen die Mattersburger. Das 0:2 im Horr-Stadion war bereits die 18. Auswärtsniederlage in der Meisterschaft in Folge. "Das wird schön langsam eine Kopfsache, aber bei der Austria konnte man sich nicht allzu viel erwarten", gab Kapitän Didi Kühbauer zu.

Rapid hingegen präsentierte sich diesmal in der Fremde sehr stark und landete im vierten Versuch den ersten Sieg am Tivoli neu. "Wir können aber noch besser Fußball spielen", betonte Trainer Josef Hickersberger, der Goalie Helge Payer den Vorzug gegenüber Jürgen Macho gegeben hatte. Wacker-Coach Helmut Kraft musste die Überlegenheit der Grün-Weißen Zähne knirschend zur Kenntnis nehmen. "Wir waren heute chancenlos."

Während der Aufsteiger trotz der Niederlage den komfortablen siebenten Platz belegt, verpasste Schlusslicht Bregenz mit dem 1:1-Heimremis gegen die Admira die Chance, Boden gut zu machen. Dabei hatten die Vorarlberger noch Glück, denn Nzuzi gelang erst in der 93. Minute der Ausgleich für die auf zehn Mann reduzierten Ländle-Kicker. "Wir haben zwei Punkte verloren", ärgerte sich Trainer Regi van Acker. Auch sein Widerpart Dominik Thalhammer war alles andere als zufrieden. "Ein Punkteverlust, der extrem weh tut."

Bregenz kommen Sturm Graz näher
Die Bregenzer liegen nun nur noch zwei Zähler hinter den "Blackys" von Sturm Graz, die im Schwarzenegger-Stadion gegen Pasching 1:2 verloren hab´en. "Bei uns läuft derzeit nichts normal. Wir spielen ganz gut, treffen aber nicht ins Tor", war Betreuer Michael Petrovic ratlos, blickte aber trotzdem optimistisch in die Zukunft. "Wir sind auf dem richtigen Weg und ich verspreche, dass wir im nächsten Jahr trotz des Umbaus vorne mitspielen werden."

Die Paschinger haben schon in dieser Saison viel vor. "Ich hoffe, dass wir die viertstärkste Kraft in Österreich bleiben. Unser Ziel ist der UEFA-Cup", erklärte Coach Georg Zellhofer.
(apa)

17.10.2004 12:32