Montag, 11. Oktober 2004

Italiens Gazzetten feiern: "Wirbelwind Schumi zog glorreich über Japan hinweg"

  • Nach China-Flop schlug siebenfacher Champion zurück
  • BMW-Williams baut Vorsprung auf McLaren weiter aus

Nach fast zwei Monaten ohne Sieg von Michael Schumacher durfte das Formel-1-verrückte Italien am Sonntag endlich wieder über einen Triumph des siebenfachen Weltmeisters jubeln. Die italienischen Medien verglichen dabei den Deutschen mit dem Taifun "Ma-On", der auch das Rennen in Suzuka bedroht hatte.

"Der Wirbelwind Schumi zog glorreich über Japan hinweg und hinterließ eine funkelnd rote Spur", schrieb die "La Gazzetta dello Sport". "Il Tirreno" sah Japan vom "Taifun Schumi überrollt". "La Stampa" stellte nach dem Ende Schumachers kleiner Durststrecke fest: "Schumi hatte wieder Hunger."

Dass der neue Punkte-Weltrekord von Schumacher (146) etwas relativiert werden muss, da die alte Bestmarke (144 im Jahr 2002) noch bei alter Zählweise aufgestellt worden war, bremste die Euphorie im Lager der "Scuderia" keineswegs. Nach dem Flop in China (überrundeter 12.) sah man den Sieg als "Schumis" gelungene Rache an. "Nach China haben wir ihn heute auf höchstem Niveau erlebt", freute sich Ferraris Technischer Direktor Ross Brawn. "Michael hat alle dominiert", meinte Teamboss Jean Todt nach dem 13. Schumacher-Sieg im 17. Saisonrennen.

Bilderbuch-Comeback für Ralf Schumacher
Für ein Bilderbuch-Comeback sorgte Bruder Ralf, der mit 14 Sekunden Rückstand und Rang zwei den fünften Schumacher-Doppelsieg der Geschichte perfekt machte. Nun will Williams-BMW nach ziemlich verkorkster Saison in zwei Wochen beim WM-Abschluss in Brasilien noch einmal entscheidend zuschlagen. "Das wäre ein Motivationsschub für den Winter", erklärte BMW-Motorsport-Direktor Mario Theissen, dessen Truppe in der Konstrukteurs-WM nur auf Rang vier hinter Ferrari, BAR-Honda und Renault zu finden ist.

Einziger Trost ist die Tatsache, dass Williams (74 Punkte) immerhin noch vor dem Erzrivalen McLaren-Mercedes (61) zu finden ist. "Das ist nicht entscheidend für uns. Es ist viel wichtiger, dass wir die Saison mit einem guten Ergebnis abschließen", sorgt bei Theissen selbst der wahrscheinliche Sieg im prestigeträchtigen Duell über den ungeliebten Rivalen aus Stuttgart nicht für die große Genugtuung.

McLaren-Mercedes gelassen
Auch für Mercedes-Motorsport-Chef Norbert Haug ist der Kampf mit der Münchner Konkurrenz nicht von herausragender Bedeutung: "Das ist nicht meine große Sorge." Kein Wunder, denn Mercedes und BMW waren am 7. März mit ganz anderen Erwartungen im fernen Australien in die neue Saison gestartet. Selbst zusammengerechnet haben Williams-BMW und McLaren-Mercedes in der Konstrukteurswertung gerade einmal knapp über die Hälfte der Ferrari-Punkte (254) gesammelt.

Nach der total verkorksten Saison soll im nächsten Jahr wieder angegriffen werden. "Das Ziel ist gleichzuziehen mit den Spitzenreitern", so Theissen. Neue Fahrer - Mark Webber und voraussichtlich Jenson Button - sollen dem britisch-bayerischen Team dabei helfen. McLaren-Mercedes setzt neben Kimi Räikkönen auf Juan Pablo Montoya. "Wir arbeiten in die richtige Richtung", glaubt Haug.

(apa/red)

11.10.2004 14:46
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