Valentino Rossi hat wieder zugeschlagen: Italiener holt sich erneut Weltmeister-Titel
- Achter Saisonsieg vor Sete Gibernau in Australien
- 250er Klasse: 19-jähriger Pedrosa jüngster Weltmeister
In beeindruckender Manier hat sich Motorrad-Superstar Valentino Rossi am Sonntag in Australien vorzeitig seinen sechsten WM-Titel gesichert. Der 25-jährige Italiener feierte in Phillip Island seinen achten Saisonsieg in der MotoGP und steht damit schon ein Rennen vor Schluss zum vierten Mal in Folge als Champion der Königsklasse fest . Entschieden ist auch die Viertelliter-Klasse, dort reichte dem Spanier Daniel Pedrosa (19) Platz vier, um zum jüngsten Weltmeister der zweithöchsten Kategorie zu avancieren.
Platz zwei hätte Rossi in Australien genügt, aber das ist nicht das Ding des Motorrad-Genies aus Urbino. In der letzten Runde überholte er den die meiste Zeit führenden Titelkonkurrenten Sete Gibernau (ESP) auf Biegen und Brechen und kletterte am Ende seines 139. GP-Rennens zum exakt 100. Mal auf das Podest. Als 67. Mal als Sieger (46. in der Königsklasse), erstmals als Weltmeister auf Yamaha.
Und das ist die eigentliche Sensation. Hatte Rossi nach seinen Titeln in der 125er- (1997) und 250er-Klasse (1999) ab 2001 (im ersten Jahr noch in der 500er-Klasse) drei Mal in der Königsklasse auf der überlegenen Honda triumphiert, war am Jahresbeginn sein Wechsel zum deutlich weniger erfolgreichen Hersteller Yamaha vielfach belächelt worden.
Aber der in London lebende Italiener, der mit einem Wechsel auf vier Räder liebäugelt und heuer einen Ferrari-F1 getestet hat, bescherte Yamaha auf Anhieb den ersten WM-Titel seit 1992 (Wayne Rainey). Dementsprechend begeistert war Rossi auch: "Jetzt kann ich ja zugeben, dass ich selbst so meine Zweifel hatte", gestand er überglücklich. "Der erste Weltmeistertitel ist immer der emotionalste. Für mich ist das hier jetzt aber der wertvollste", strahlte "Il Dottore."
Obwohl mit Rossi der dominierende Fahrer der Gegenwart erst 25 ist, sind seine Fußstapfen schon fast ausgefüllt. Pedrosa ist nicht nur der jüngste Viertelliter-Weltmeister überhaupt (bisher Marco Melandri) sondern auch der erste Pilot, der sofort nach dem 125er-Titel auch jenen in der nächsthöheren Klasse holte. Selbst ein Rossi hatte dafür ein "Zwischenjahr" benötigt.
Damit sind ein Rennen vor Schluss alle Weltmeister gekürt. Denn in der 125er-Klasse war Laufsieger Andrea Dovizioso als Champion bereits fest gestanden. Der Australier Casey Stoner, der eine Woche zuvor in Sepang den historischen ersten WM-Sieg für KTM heraus gefahren hatte, wurde in Philip Island Dritter. Mika Kallio schied aus. Stoner soll 2005 die 250er-Kampagne der Mattighofener anführen. Beim WM-Finale am 31. Oktober in Valencia ist auch der junge Österreicher Michael Ranseder wieder für KTM am Start.
| Moto GP | ||||
| 1. | Valentino Rossi | ITA | Yamaha | 41:25,819 |
| 2. | Sete Gibernau | ESP | Honda | +0,097 |
| 3. | Loris Capirossi | ITA | Ducati | +10,486 |
| 4. | Colin Edwards | USA | Honda | +10,817 |
| 5. | Alex Barros | BRA | Honda | +10,851 |
| 6. | Nicky Hayden | USA | Honda | +12,210 |
| 250 ccm | ||||
| 1. | Sebastian Porto | ARG | Aprilia | 39:24,604 |
| 2. | Alex De Angelis | SMR | Aprilia | +5,941 |
| 3. | Manuel Poggiali | SMR | Aprilia | +13,289 |
| 4. | Daniel Pedrosa | ESP | Honda | +14,966 |
| 5. | Toni Elias | ESP | Honda | +46,083 |
| 6. | Chaz Davies | GBR | Aprilia | +55,140 |
| 125 ccm | ||||
| 1. | Andrea Dovizioso | ITA | Honda | 38:01,877 |
| 2. | Jorge Lorenzo | ESP | Derbi | +0,123 |
| 3. | Casey Stoner | AUS | KTM | +0,123 |
| 4. | Roberto Locatelli | ITA | Aprilia | +2,480 |
| 5. | Steve Jenkner | GER | Aprilia | +5,336 |
| 6. | Hector Barbera | ESP | Aprilia | +5,415 |
WM-Stände:
Moto GP
1. Rossi 279 (Weltmeister)
2. Gibernau 244
3. Biaggi 197
4. Barros 155
5. Edwards 149
6. Tamada 139
250ccm
1. Pedrosa 292 (Weltmeister)
2. Porto 256
3. De Puniet 198
4. Elias 179
5. De Angelis 147
6. Aoyama 128
125ccm
1. Dovizioso 273 (Weltmeister)
2. Locatelli 182
3. Lorenzo 179
4. Barbera 177
5. Stoner 145
6. Nieto 125
(apa)
