Sonntag, 17. Oktober 2004

Finale auf Spanisch bei BA-CA-Trophy: Canas trifft heute auf Feliciano Lopez

  • Klare Siege im Semifinale gegen Haas und Sanguinetti
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Im Endspiel zum Jubiläum "30 Jahre Tennis in der Wiener Stadthalle" wird spanisch gesprochen: Der Argentinier Guillermo Canas trifft im Finale der BA-CA-Trophy heute auf den Spanier Feliciano Lopez. Canas setzte sich in der Neuauflage des Wien-Finales 2001 gegen den damaligen Sieger Tommy Haas (GER) mit 6:4,6:3 durch, Lopez hatte mit Überraschungs-Halbfinalist Davide Sanguinetti (ITA) beim 6:3,6:3 in nur 56 Minuten noch weniger Mühe. Der in Topform befindliche Nalbandian-Bezwinger Canas ist für das Endspiel Favorit.

"Es ist großartig, dass ich hier wieder im Finale stehe. Ich bin in Superform, habe heute noch besser gespielt als gestern", freute sich Canas. Nach dem sehenswerten Viertelfinalsieg über den topgesetzten Weltranglisten-Zehnten David Nalbandian am späten Freitagabend setzte der 26-jährige Argentinier seinen Erfolgslauf fort: Der ungemein laufstarke Canas brachte wie schon am Vorabend auch gegen Haas scheinbar unerreichbare Winnerschläge zurück und vermochte mit seiner starken Vorhand immer wieder selbst zu punkten.

"Ich habe mein Spiel durchgezogen, sehr gut retourniert und mit der Vorhand sehr gut gespielt." Im ersten Satz bedeutete ein Break zum 2:1 schon den entscheidenden Vorteil, nur im zehnten Game hatte Haas Chancen, als er bei Aufschlag seines Gegners mit 30:0 voran lag. Doch mit vier Punkten en suite sicherte sich Canas Satz eins nach 44 Minuten. In Satz zwei fand Haas im sechsten Game seine einzigen drei Breakchancen vor. "Da hatte ich das Gefühl, dass ich die Wende packen kann", meinte Haas. Doch Canas glich zum 3:3 aus und nahm dem Deutschen zum 4:3 den Aufschlag ab. Das war die Entscheidung, ein weiteres Break zum 6:3 besiegelte nach 1:29 Stunden die Niederlage des Wien-Siegers 2001.

Zweites Finale für Lopez heuer
Canas Finalgegner Lopez freute sich über seinen "großartigen Sieg. Ich bin sehr glücklich, dass ist eine tolle Saison für mich." Gegen Canas ist Lopez, der zum erst zweiten Mal überhaupt nach Dubai ebenfalls in diesem Jahr in einem Endspiel steht und um seinen ersten Siegerscheck auf der Tour kämpft, Außenseiter. "Canas spielt im Moment unglaublich und er ist auch körperlich sehr gut drauf. Aber ich werde alles geben, um hier meinen ersten Titel zu holen."

Für Canas geht es um seinen insgesamt siebenten Turniersieg. Der Südamerikaner war nach eineinhalb Jahren Pause und zwei Handgelenks-Operationen zu Beginn des Jahres als Nummer 274 auf die Tour zurück gekehrt. Nach dem tollen Jahr und seinem Wien-Auftritt wird er unter die Top 20 zurückkehren.

Auch Haas hat heuer ein tolles Comeback gefeiert, in Wien hätte er sich aber mehr gewünscht. "Im ersten Satz bin ich nie richtig ins Spiel gekommen. Ich habe ein blödes Break im ersten Satz bekommen und dann auch Chancen zum 5:5 nicht genützt. Ich konnte einfach die wichtigen Punkte nicht gewinnen", meinte der Deutsche. "Ein Halbfinale ist nicht schlecht, aber wenn ich hier ins Finale gekommen wäre, hätte ich auch ganz gute Chancen auf den Titel gehabt. Ich tippe im Endspiel auf Canas."

Haas spielt nun kommende Woche beim Masters-Series-Turnier in Madrid, wo er wieder "so weit wie möglich kommen" will. Die üblichen Diskussionen, weil zahlreiche Stars auch für dieses große Turnier abgesagt haben, kommentierte er gelassen. "Darüber reden wir schon seit Jahren. Es gibt verdammt viele Turniere. Die Leute, die für Houston qualifiziert sind, wollen für den Masters-Cup eine Reserve haben und haben schon sehr viel gespielt." Houston ist das fünftgrößte Turnier, wo es um viele Punkte und viel Geld geht.

Zum Gag der Veranstalter, anstatt der Ballkinder Models einzusetzen, sagte der Deutsche: "Das kann irritierend sein, aber ich habe nichts gegen schöne Menschen. Ich hoffe nur, dass sie mit den Bällen gut umgehen können."
(apa)

17.10.2004 14:43